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Datei-Piraten wollen ins schwedische Parlament

03. Jan 2006 13:27
Website der Piratenpartei
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In Schweden hat sich eine «Piraten-Partei» gegründet. Sie will 2006 ins Parlament einziehen - und das Urheberrecht abschaffen.

Schwedische Tauschbörsennutzer und Copyright-Gegner haben eine Partei der Datei- und Rechtepiraten gegründet. Die Vereinigung mit dem Namen «Piratpartiet» hat sich den Kampf gegen das Urheberrecht sowie die Wahrung der Privatsphäre auf ihre Fahnen geschrieben.

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Die Gründer der neuen Partei finden, dass immaterieller Besitz wie die Rechte an Software, Patenten, Musik und Filmen ein illegales Monopol darstellen und den freien Markt beschränken. So steht es nun auch im Programm der «Piratpartiet».

Bei den Gründern der «Piratpartiet» handelt es sich nach eigenen Angaben um einen Zusammenschluss von Menschen, die es Leid sind, ihre eigene und die Entwicklung der ganzen Welt durch macht- und geldgierige Unternehmen eingeschränkt zu wissen.

Durch die Weigerung der Copyright-Inhaber, ihre Rechte und Informationen mit dem Rest der Welt zu teilen, ginge so viel Potential verloren. Daher sei die totale Abschaffung von geistigem Eigentum die einzige vernünftige Konsequenz, um den freien Fluss von Informationen zu sichern.

Kein Monopol für niemand

Bei einer solchen Argumentation überrascht es nicht, dass sich die Piraten radikal von der WIPO (Weltorganisation für Geistiges Eigentum) und der WTO (Welthandelsorganisation) distanzieren. Die Partei argumentiert, diese würden die Inhaber materieller und vor allem immaterieller Monopolrechte systematisch privilegieren.

Auch wehren sich die Piraten dagegen, von der Musikindustrie wie Verbrecher behandelt zu werden, weil sie Dateien über das Internet tauschen. Dabei entstehe kein finanzieller Gewinn oder Verlust, so ihre Argumentation.

Außerdem lehnen die schwedischen Politpiraten die Beschneidung der Privatsphäre durch Antiterrormaßnahmen kategorisch ab. Bei den schwedischen Wahlen im Herbst müssen sie die dortige Vier-Prozent-Hürde überwinden und mindestens 225.000 Stimmen bekommen, um ins Parlament einziehen zu können. Eine intensivere Diskussion über das Urheberrecht werden sie mit Sicherheit auslösen. (nz)


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