29.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Website der NSA
Foto: nz
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Wer auf die Website des US-Geheimdienstes NSA surfte, durfte sich der Überwachung sicher sein. Ein kleines Programm sammelte anschließend Daten der Besucher.
Der US-Geheimdienst National Security Agency (NSA) hat eingestanden, Daten seiner Website-Besucher mit Hilfe so genannter Cookies gesammelt zu haben. Die kleinen Programme seien in der Lage gewesen, das Surf-Verhalten der Nutzer umfassend auszuspionieren, so ein Sprecher.
Bei Besuch der Website www.nsa.gov wurden demnach zwei Cookies dauerhaft auf der Festplatte des Nutzers installiert. Welche Surf-Daten sie an den Geheimdienst übermittelten, ist bislang unklar. Ein NSA-Sprecher sagte, man habe diese lediglich benutzen wollen, um das Nutzungsverhalten auf der eigenen Website zu analysieren.
Allerdings: US-Regierungsbehörden ist es untersagt, solche Cookies dauerhaft auf User-Rechnern zu platzieren. Als «dauerhaft» darf dabei auch das NSA-Modell gelten - erst im Jahr 2035 wird es inaktiv.
Weshalb die Cookies so lange gespeichert wurden, konnte der Sprecher nicht erklären. Er sagte lediglich, es habe sich um einen Fehler gehandelt, der durch ein Software-Update verursacht wurde. Bislang seien die Cookies mit einem kurzfristigen Verfallsdatum versehen gewesen. Keinesfalls seien die Daten aufbewahrt worden.
«Fehlendes Verständnis von Privatsphäre»Ari Schwartz vom Zentrum für Demokratie und Technologie, eine Datenschutz-Gruppe in Washington, sagte, «im Vergleich zum Überwachungsapparat der NSA sind Cookies nicht gerade ein großartiger Skandal». Das eigentlich erschreckende sei, so Schwartz, «das generell fehlende Verständnis von Privatsphäre bei der NSA.»
Cookies lassen sich im Übrigen leicht löschen: In allen Browsern gibt es eine Funktion, in denen sich die kleinen Programme vollständig entfernen lassen. (nz)