netzeitung.deDateitauschbörsen immer noch beliebt

 Herausgeber: netzeitung.de

Großbritannien ist das europäische Land, in dem die Musikbranche am meisten Geld mit Musik-Downloads umsetzt. Doch selbst dort lädt die Hälfte der Musikfans illegal Musik aus dem Netz.

Für die Musikbranche ist das Umfrageergebnis ernüchternd: Trotz Millionenausgaben für Marketing-Kampagnen gegen illegale Downloads laden in Großbritannien derzeit immer noch 51 Prozent der Musik-Fans ihre Musik illegal aus dem Internet.

Nach der Erhebung im Auftrag des britischen AOL-Ablegers hat die Musikindustrie auf der einen Seite enorm zugelegt: Wurden im Jahr 2004 lediglich 5,7 Millionen Musikstücke in Großbritannien online verkauft, waren es in diesem Jahr bereits mehr als 24 Millionen. Auf der anderen Seite sagen aber fünf von sechs Musikhörern, dass sie bereits Musik illegal aus dem Netz geladen haben.

Dan Patton, Chef der Musikabteilung bei AOL, sagte der Zeitung «The Guardian», man gehe davon aus, dass vielen Internet-Nutzern immer noch nicht klar sei, dass sie mit dem Herunterladen von Musik aus Dateitauschbörsen gegen das Urheberrecht verstoßen.

Wenig erfolgreich
Tatsächlich sagten vier von zehn Befragten der AOL-Umfrage, sie seien sich über die Gesetzeslage nicht im Klaren. Dies würde bedeuten, dass die Musikindustrie mit ihren Aufklärungskampagnen bislang wenig erfolgreich war.

Erst im Sommer hatte eine weitere britische Studie gezeigt, dass für viele Internet-Nutzer die legalen Downloads inzwischen zur Ergänzung der illegalen Tauschbörsen dienen. Von 600 befragten Musik-Fans gaben die Tauschbörsennutzer mehr als viereinhalb Mal so viel Geld für Musik-Downloads aus als diejenigen, die nicht auch illegal Musik aus dem Netz laden. (nz)