Wikipedia-Mitgründer plant neues Projekt
21.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Wikipedia-Mitgründer plant neues Projekt
Larry Sanger gründete vor fünf Jahren mit Jimmy Wales die Online-Enzyklopädie Wikipedia. Nun startet er ein neues Projekt und hofft auf mehr Experten-Wissen.
Larry Sanger, Mit-Gründer der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia, war schon lange der Ansicht, man sollte die Meinung von Experten höher gewichten, als die einfacher Internet-Nutzer. Nun arbeitet er an einem Projekt, das genau das realisieren will: Im kommenden Jahr soll «Digital Universe», eine Online-Enzyklopädie mit Expertenbeiträgen, starten.
Sanger arbeitet bereits seit einiger Zeit in der Digital Universe Foundation daran, ein Werk zu schaffen, das zugleich von Experten wie einfachen Nutzern gemeinsam erstellt wird. Dieses «Stewardship» genannte Prinzip soll eine «Online-Partnerschaft zwischen Experten, Lehrenden und der Öffentlichkeit» werden und zugleich einen offenen Zugang zu Informationen bieten.
Ergänzt wird dieses durch das «Open Collaboration Project», das der Wikipedia nachempfunden sein soll. Jeder kann hier als Autor auftreten und Texte schreiben. Der Fokus von «Digital Univserse» soll aber auf «vertrauenswürdigen Inhalten» liegen.
Aufteilung in PortaleAufgeteilt werden sollen die Inhalte in verschiedene Portale. Der «Mars» könne zum Beispiel ein solches Portal sein, so die Foundation.
Voraussichtlich im Januar soll das Projekt online gehen, die Liste der Unterstützer ist laut Sanger bereits lang und reicht vom Amerikanischen Historischen Museum über die Uno bis hin zum amerikanischen Nationalen Rat für Wissenschaft. Zehn Millionen Dollar hat Sanger für «Digital Universe» gesammelt – langfristig soll sich die Enzyklopädie selbst tragen.
Viel OrganisationsaufwandDer Erfolg wird von der Unterstützung abhängen, die Sanger organisieren kann. Entscheidend könnte auch sein, wie die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern und Öffentlichkeit organisiert wird – und wie viele Experten tatsächlich zur Mitarbeit bereit sind. Das Konzept von «Digital Universe» benötigt zudem voraussichtlich mehr Organisationsaufwand – auch wenn viele Details noch nicht bekannt sind. (nz)