netzeitung.deTerroristen klonen Handy-Karten

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Unbekannte klonen Handy-Karte (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Unbekannte klonen Handy-Karte
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Terroristen nutzen einem Pressebericht zufolge fremde Handy-SIM-Karten für Telefonate. Mit einer geklonten kanadischen Karte telefonierten Unbekannte für mehr als zwölftausend Dollar.

Die kanadische Jura-Professorin Susan Drummond staunte nicht schlecht, als sie ihre Handy-Rechnung sah. Sie sollte für einen Monat 12.237,60 kanadische Dollar (knapp 8800 Euro) zahlen.

Auf der Rechnung befanden sich Telefonate in mehrere Länder weltweit, darunter Syrien, Indien, Russland und Libyen. Zuerst habe sie sich die Telefonate nicht erklären können, sagte sie der kanadischen Zeitung «The Globe and Mail».

Schon länger Probleme mit Klon-Karten
Alle Telefonate waren geführt worden, nachdem sie zu einem einmonatigen Aufenthalt nach Israel gereist war. Ein Anruf bei der Telefongesellschaft Rogers bestätigte ihr lediglich, dass die Telefonate tatsächlich von ihrer Nummer aus geführt wurden – die Firma bestand darauf, dass sie die Rechnung bezahlt.

Dummonds Lebensgefährte Harry Grefen recherchierte daraufhin und sprach am Rande einer Sicherheitskonferenz mit Cindy Hopper, einer Managerin der Sicherheitsabteilung der Telefongesellschaft Rogers.

Hisbollah-Gruppe in Verdacht
Diese gestand ein, dass bereits seit längerem der Verdacht bestehe, dass Handy-Karten führender Firmen-Mitarbeiter geklont werden. Laut «The Globe and Mail» wird hinter der Aktion eine der Hisbollah zugehörige Gruppe vermutet. Die Hisbollah ist nicht nur im Nahen Osten aktiv sondern hat Unterstützer auch in vielen westlichen Ländern.

Technisch gesehen ist das Verfahren relativ einfach. Ist jemand in der Lage, Handynummer und ID-Code aus einer Karte auszulesen, kann er damit eine neue Handy-Karte herstellen - ein Klon der schon existierenden Karte.

Kein Einzelfall
Wie die Gruppe an die Karten-Daten kommt, ist unklar. Laut Hopper wurde die Sache bislang nicht öffentlich, weil das Unternehmen Rogers negative PR fürchtet. Sie habe gegenüber Grefen eingestanden, dass es sich dabei keineswegs um einzelne Fälle handele, so die Zeitung.

Drummond klagt wegen ihrer überhöhten Mobilfunk-Rechnung inzwischen vor Gericht. Sie weigert sich, die Rechnung zu bezahlen. Die beläuft sich wegen Mahnkosten und Zinsen inzwischen auf 14.141 kanadische Dollar. (nz)