netzeitung.deUS-Bundesstaat bringt DSL aufs Land

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Küstenregion in Maine (Foto: visitmaine.com<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Küstenregion in Maine
Foto: visitmaine.com
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Wer auf dem Land wohnt, kennt das Problem: Breitband-Internet gibt es oftmals nicht, weil Telekomkonzerne die Kosten scheuen. Der US-Bundesstaat Maine geht das Problem nun selbst an.

Jeder sechste Bürger im US-Bundesstaat Maine hat keinen Anschluss an Breitband-Internet. Die Regierung der ländlichen Region sieht das inzwischen als Problem für die wirtschaftliche Entwicklung – und hat eine Initiative gestartet.

Geht es nach Gouverneur John Baldacci, sollen innerhalb der kommenden vier Jahre mit Geld der Regierung 90 Prozent der Landbevölkerung in Maine an das Breitband-Internet angeschlossen werden. Jeder Quadratkilometer mit mehr als fünf Einwohnern soll dann einen schnellen Internet-Anschluss haben.
Kein Handy-Empfang auf dem Land
Die Idee kam Baldacci nach eigenen Worten bei Reisen durch seinen Bundesstaat – weil er vielerorts nicht einmal Handy-Empfang hatte. Unter Leitung der Regierung von Maine wird derzeit ein Konzept erarbeitet, dessen Ziel es ist, den Telekomunternehmen die Verlegung von Breitband-Internet auf dem Land schmackhaft zu machen. Die Initiative «Connect Maine» hat noch ein weiteres ehrgeiziges Ziel: Schon bis 2008 soll überall im Staat Handy-Empfang möglich sein - was aufgrund der vielen Berge in Maine ebenfalls schwierig ist.

Noch ist unklar, auf welchem Weg und mit welchen Mitteln das Breitband-Internet auf dem Land verfügbar werden soll. Baldaccis Berater Kurt Adams sagt, allein für den Ausbau der Mobilfunk-Versorgung seien Investitionen von etwa 55 Millionen Dollar nötig.

Subventionen und Steuern
Die «New York Times» berichtet, die Regierung in Maine plane die Breitband-Versorgung mit einem Mix aus Steuereinnahmen und direkten Subventionen zu fördern. Wer also Breitband-Internet in abgelegene Dörfer bringt, erhält dafür künftig Geld.

Bei den Telekom-Unternehmen stößt die Initiative verständlicherweise auf viel Zustimmung. Der Sprecher von Verizon, dem größten Telefonkonzern des Landes, sagte der Zeitung, «es gibt Gegenden, wo es (Internet) wirtschaftlich wenig sinnvoll ist, da brauchen wir staatliche Unterstützung».

Regierung will Abwanderung verhindern
In der Regierung fürchtet, dass immer mehr Firmen aus Gegenden abwandern, in denen es keine bezahlbaren Breitband-Anschlüsse gibt. Schon jetzt würden zudem viele Studenten abwandern, weil außerhalb von Maine interessantere Jobs gebe, heißt es.

In Maine hofft man zudem, Aufträge an kleinere Firmen wie Ubiquitair vergeben zu können. Das kleine Unternehmen hat bereits eine Region im Süden von Maine mit Breitband-Internet ausgestattet, mit Hilfe eines so genannten Mesh-Netzwerkes. Dabei verbinden sich die einzelnen Internet-Nutzer quasi gegenseitig und bilden so ein großes Netzwerk. Dies wäre eine preiswerte Methode, um auch weit abgelegene Internet-Nutzer ans Breitband-Netz anzuschließen.

Regierungsberater Adams jedenfalls hofft, schon bald erste Anschlüsse auf dem Land zu haben. «So schnell, wie sich die Technik entwickelt, müssen auch wir mithalten.» Sonst, so sagt er, habe ein Bundesstaat wie Maine keine Chance auf eine wirtschaftliche Entwicklung. (nz)