netzeitung.deTempe wird erste US-Stadt mit WLAN-Netz

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Straßenlampe - wird zum Internet-Funkmast (Foto: tempe.gov<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Straßenlampe - wird zum Internet-Funkmast
Foto: tempe.gov
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Erstmals wird im kommenden Frühjahr eine Stadt in den USA flächendeckend mit drahtlosem Internet ausgestattet sein. Die verwendete Technik ist äußerst innovativ.

Die Stadt Tempe in der Nähe von Phoenix im US-Bundesstaat Arizona wird voraussichtlich die erste US-Stadt sein, in der überall drahtloses Internet verfügbar ist. Die Firma NeoReach kündigte an, Ende Februar das Netz in Betrieb nehmen zu wollen.

Das Unternehmen hatte von der Stadtverwaltung im April den Auftrag erhalten, das Drahtlos-Internet zu installieren, nachdem bereits ein Pilotversuch an der Arizona State University in Tempe erfolgreich verlaufen war. Derzeit montieren Techniker Funk-Antennen in etwa 400 Laternen-Masten, die später das Internet in jedem Winkel der 160.000-Einwohner-Stadt verfügbar machen sollen.

Was entsteht, ist der größte städtische WLAN-Hotspot der Welt. Er deckt etwas mehr als 100 Quadratkilometer Fläche ab. Die einzelnen Funkmasten sind nicht einmal untereinander mit Kabeln verbunden, sondern kommunizieren über ein so genanntes Mesh-Netzwerk – jeder Mast funkt die Daten zum nächsten. Fällt eine Station aus oder ist überlastet, nehmen die Daten in dem so genannten Mesh-Netz den nächstbesten Weg.

Preiswert, aber langsam
Der Internet-Zugang soll für die Bürger preiswerter sein als über herkömmliche DSL-Leitungen. NeoReach will ihn nach eigenen Angaben für knapp 30 Dollar im Monat anbieten, der Vertrieb soll aber maßgeblich über andere Firmen zu noch günstigeren Preisen angeboten werden. Einziges Manko für die Kunden: In einem Mesh-Netz kann die Geschwindigkeit stark schwanken – je nachdem, wie viele Computer gerade Daten senden und empfangen.

Für die Stadtverwaltung wird der Zugang kostenlos bleiben. Dafür hatte sie NeoReach die Straßenlaternen kostenlos zur Verfügung gestellt.

Tempe wird nicht lange die einzige US-Stadt im Drahtlos-Netz bleiben. In Philadelphia und San Francisco sind ähnliche Projekte geplant. In New Orleans will die Stadtverwaltung ein Drahtlos-Netz sogar kostenlos anbieten. Die amerikanischen Telekom-Unternehmen haben dagegen allerdings Widerstand angekündigt: Sie fürchten die Billig-Konkurrenz und argumentieren, eine Subventionierung der Drahtlos-Netze sei wettbwerbswidrig. (nz)