08. Dez 2005 09:56
30.000 Flugpassagiere wurden in den USA im vergangenen Jahr fälschlicherweise als Terrorverdächtige eingestuft. Die zuständige Behörde ist von der Zahl selbst überrascht.
Der Chef der amerikanischen Flugaufsichtsbehörde TSA, Jim Kennedy, hat eingestanden, dass im vergangenen Jahr mindestens 30.000 Flugpassagiere irrtümlich als Terrorverdächtige eingestuft wurden. Bei einer Anhörung im US-Ministerium für Innere Sicherheit sagte er, viele Passagiere hätten sich beschwert.Schuld ist offenbar das verwendete Computer-Programm «Secure Flight», dass Ende 2004 von der US-Regierung eingeführt worden war. Es sollte Verdächtige mit Hilfe von Data-Mining-Techniken schon vor dem Einchecken am Flughafen herausfinden. Die Fluggesellschaften stellen dazu umfangreiche Informationen zur Verfügung stellen.
Bürgerrechtler kritisierten «Secure Flight» scharf. Die Zahlen seien sehr viel höher als bislang vermutet, sagte Marcia Hofmann vom Electronic Privacy Information Center (EPIC) dem Branchendienst «ZDNet». Sie forderte, dass Programm müsse dringend nachgebessert werden.
Kennedy sagte, die fehlerhafte Einordnung der Passagiere sei weitgehend ohne Folgen geblieben. Niemand von ihnen sei davon abgehalten worden, ein Flugzeug zu besteigen.