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Google-Manipulation für einen guten Zweck

02. Dez 2005 12:02, ergänzt 05. Dez 2005 09:14
Mehrere Websites haben für einen deutschen Straßenkinder-Verein versucht, mit Hilfe von «Google Bombing» Geld zu sammeln. Der Verein distanziert sich von der Aktion.

Wer derzeit bei Google den Begriff «Geschenke» eingibt, bekommt unter den ersten drei Ergebnissen mit Sicherheit einen Link zu einem Straßenkinder-Projekt angezeigt. Mehrere Websites versuchen, mit Hilfe von Google in der Vorweihnachtszeit an Geld für das Projekt zu kommen - und hatten damit Erfolg.

Verein distanziert sich

Der Trick ist einfach: Viele Dutzend Websites setzten einen Link mit der Bezeichnung «Geschenke» zu der Website des Straßenkinder-Projekts, deren Position bei Google steigt daraufhin. Den Organisatoren der Aktion zufolge haben sich bereits mehr als 200 Websites beteiligt.

Der Verein ist davon allerdings wenig begeistert. In einer Erklärung hieß es am Samstag, es handele sich «schlicht um einen Werbegag einer Hannoveraner Internetagentur». «Wir distanzieren uns ausdrücklich von dieser Form der Informations-Manipulation», so der Verein.

In einer Erklärung der Werbe-Agentur hieß es am Sonntag, es habe sich um eine Aktion der Mitglieder des eigenen Forums gehandelt. «Sie war hauptsächlich dazu gedacht, um Suchmaschinenoptimierung in ein gutes Licht zu stellen und durch Spenden zu helfen.»

Eine PR-Aktion für das eigene Unternehmen habe man «nicht nötig», es habe sich vielmehr um eine aufrichtige Aktion gehandelt. Man entschuldige sich beim Verein dafür, dass die Aktion in ein negatives Licht gerückt worden sei, so Firmenchef Alan Webb. Bei «Google Bombing» handelt es sich um einen schon lange bekannten Trick. Von so genannten Suchmaschinen-Optimierern wird er genutzt, um zum Beispiel beim Suchbegriff «Reise» die eigenen Kunden unter den ersten Ergebnissen zu platzieren. Firmen zahlen für solche Google-Manipulationen teilweise hohe Summen.

Auch US-Präsident George W. Bush hat schon leidvolle Erfahrung damit gemacht. Gibt man bei Google «failure» («Versagen») ein, erscheint dessen Biographie in den englischsprachigen Ergebnissen an erster Stelle. (nz)

 
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