02.12.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Würden von Porno-Endungen profitieren: Dolly Buster und Sybille Rauch
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
In dieser Woche traf sich das oberste Internet-Gremium in Kanada. Weil die US-Regierung blockiert, gab es erneut keine Entscheidung zu den so genannten Porno-Domains.
Bereits Anfang Juni hatte die Internet-Verwaltung Icann die Einführung der Endung «.xxx» im Internet beschlossen. Auf Intervention der US-Regierung wurde das Projekt im August verschoben - bis ein eigens eingesetztes Gremium ein Votum abgegeben hat. Nun traf sich die Icann in Vancouver zu einer Sitzung - und hat die Entscheidung erneut verschieben müssen.
Icann-Präsident Paul Twomey sagte in Vancouver, man warte nach wie vor auf das Votum der Beratungskomitees. Wann dieses seine Beratung abschließe, sei völlig offen. Kritiker warnen, die US-Regierung setze die ausländischen Vertreter in dem Komitee unter Druck, die so genannten Porno-Domains abzulehnen.
Auf Intervention von Lobby-Gruppen hatte die Regierung von US-Präsident George W. Bush im Sommer überhaupt erst eingegriffen. Diese hatten kritisiert, die neue Endung «.xxx» mache die Porno-Industrie hoffähig. Befürworter argumentieren dagegen, man könne die Verbreitung von Pornographie so künftig besser kontrollieren.
US-Regierung bestimmt über IcannMilton Mueller, Professor an der Universität von Syracuse, mahnte die US-Regierung im Fernsehsender CNN zu Neutralität. Das Wirtschaftsministerium habe zugesagt, die Entscheidung nicht zu beeinflussen.
Tatsächlich kann die Icann Änderung am DNS nicht ohne Genehmigung des US-Wirtschaftsministeriums durchführen. Mueller sagte: «Wenn die Icann dem Druck jetzt nachgibt, zeigt sie lediglich, dass sie tatsächlich nur ein Spielball der US-Regierung ist.» (nz)