netzeitung.deDutzende Websites nutzen Google-Karten

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Googles Landkarten kann jeder im Internet frei verwenden. Inzwischen gibt es Dutzende von Projekten. In den USA hat sich bereits ein Begriff dafür etabliert: Google Mashup.

Von Peter Schink

Die Polizei von Chicago war unter den ersten, die den Mehrwert von Googles Kartendienst für sich erkannten. Sie versah den Stadtplan von Chicago mit kleinen Punkten. Jeder einzelne steht für ein Verbrechen, einen Raub oder auch einen Mord.

Internet-Nutzer können auf «chicagocrime.org» inzwischen sogar wählen, welche Art von Verbrechen aus welchem Zeitraum angezeigt werden sollen - um anschließend zum Beispiel einen künftigen Wohnort danach auszuwählen. Selbst auf Fahrrouten in Chicago lassen sich mit dem Tool Verbrechen einzeichnen.

Auch für die britische Rundfunkanstalt BBC werden Google Maps genutzt: Die Nachrichten von BBC Online lassen sich auf einer Karte ansehen. So können Briten sofort erkennen, welche Nachrichten es aus ihrer Stadt oder ihrem Landkreis gibt.

Der Kartendienst von Google hat sich im Internet zu einem regelrechten Hype entwickelt. Dutzende kleiner Websites zeichnen Dinge ein, seit Google Ende Juni eine Schnittstelle zur Verfügung gestellt hat. Das «Pedometer» (gmap-pedometer.com) ermöglicht beispielsweise, mit dem Kartendienst Entfernungen abzumessen. Die Seite «walk.jog.run» (walkjogrun.net) nutzt Google, um Jogging-Strecken zu sammeln.

Selbst E-Bay-Auktionen (mapbid.com), Ski-Gebiete (ridertech.com/map), Restaurant-Kritiken (restaurantreviewswithmaps.ning.com) und Wetter-Vorhersagen (weatherbonk.com/weather) werden mit Hilfe von Google Maps sichtbar. Man kann das Spiel «Risiko» auf einer Weltkarte spielen und alle Ufo-Sichtungen in den USA aufrufen.

«Google Mashup»
In den USA hat sich dafür ein Begriff etabliert: «Google Mashup».

Die Projekte erweitern das Internet um ein wichtiges Element. Inhalte lassen sich leicht geografisch zuordnen und finden - was bislang kaum möglich war. Die Karten haben somit einen enormen Mehrwert.

So zeichnete zum Beispiel das Hurrikan-Zentrum in Florida die Vorhersage für Hurrikan Kathrina auf den Kilometer genau auf einer Karte auf. Nach der Katastrophe stellten Programmierer eine Karte ins Netz, auf der die Wasserstände in New Orleans mittels Google Maps für jede einzelne Straße einsehbar waren. Auf einer weiteren Seite konnten Einwohner während der Evakuierung Informationen von Nachbarn über die Zerstörung vor Ort finden.

Einfache Technik
Die Technik dazu ist relativ einfach. Mit einigen HTML-Kenntnissen lassen sich die Karten mittels «Java Script» auf privaten Websites einbinden und mit eigenen Daten kombinieren. Wer zum Beispiel einen Punkt einzeichnen will, muss dazu lediglich die entsprechenden Längen- und Breitengrade kennen. Der amerikanische Blogger Tim Hibbard nutzt das zum Beispiel, um mit Hilfe eines GPS-Geräts rund um die Uhr seinen aktuellen Aufenthaltsort im Internet zu veröffentlichen (timhibbard.com/wherestim.aspx).

Auch Microsoft und Yahoo bieten ihren Nutzern inzwischen solche Kartendienste Googles Landkarten und Satellitenbilder sind jedoch weitaus am populärsten. Das liegt unter anderem daran, dass Googles Dienst zuerst auf dem Markt war - und die Schnittstelle für Programmierer sehr gut dokumentiert ist.

Karten gibt es gratis
Das Praktische für Internet-Nutzer: Alle Karten der drei Software-Konzerne sind gratis - solange man auf der eigenen Homepage nicht mehr als 50.000 Klicks täglich verzeichnet.

Einige Seiten im Netz stellen bereits die besten Projekte zusammen. Seit Mitte November gibt es auch ein Blog, das Google-Karten sammelt (coolgooglemaps.blogspot.com). Das Software-Unternehmen Wayfaring (wayfaring.com) hat aus den Karten sogar eine Geschäftsidee entwickelt: Auf deren Website können Internet-Nutzer selbst Karten mit Strecken und Daten versehen - und im Internet mit anderen teilen.