Kritik an Internet-Zensur in Tunesien
18.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Die Autoren der OpenNet-Studie sowie mehrere Teilnehmer berichten jedoch, innerhalb der von der Uno kontrollierten Zone des Internet-Gipfels gebe es kaum Probleme mit gesperrten Internetseiten. Außerhalb werde das Netz aber weiter zensiert. Villeneuve sagte, nur 100 Meter weiter greife der Regierungsfilter bereits. «Gehen sie einfach durch diese Tür, dann haben sie ein zensiertes Netz.»
Zensiert werden neben Pornoseiten vor allem Seiten von Regierungsgegnern und Menschenrechtlern. Auch Seiten, die zeigen, wie man den Filter umgeht, werden zensiert.
Ruft ein tunesischer Internet-Nutzer eine zensierte Website auf, erscheint eine Meldung, dass die Seite nicht gefunden wurde. Da ist die Regierung in Saudi-Arabien - die ebenfalls mit SmartFilter arbeitet - noch ehrlicher zu ihren Bürgern. Dort erscheint eine Meldung «Forbidden Page» («verbotene Seite») auf dem Bildschirm.
Die tunesische Regierung will offiziell nicht über die Zensur des Internet reden. In seiner Eröffnungsrede auf dem UN-Gipfel sagte Tunesiens Präsident Ben Ali, sein Land habe große Fortschritte darin gemacht, seinen Bürgern einen Zugang zum Internet zu ermöglichen. «Tunesien war schon immer ein Land des Dialoges, der Toleranz und Verständigung», sagte er. (nz)

