Die tunesische Regierung hat nach Angaben der OpenNet-Initiative noch nicht einmal ein sonderlich ausgeklügeltes Zensur-System. Sie setzt ein Programm namens SmartFilter ein, dass von der amerikanischen Firma Secure Computing verkauft wird - ein Programm, das eigentlich für den Einsatz in Unternehmen gedacht ist.Ruft ein tunesischer Internet-Nutzer eine zensierte Website auf, erscheint eine Meldung, dass die Seite nicht gefunden wurde. Da ist die Regierung in Saudi-Arabien - die ebenfalls mit SmartFilter arbeitet - noch ehrlicher zu ihren Bürgern. Dort erscheint eine Meldung «Forbidden Page» («verbotene Seite») auf dem Bildschirm.
Die tunesische Regierung will offiziell nicht über die Zensur des Internet reden. In seiner Eröffnungsrede auf dem UN-Gipfel sagte Tunesiens Präsident Ben Ali, sein Land habe große Fortschritte darin gemacht, seinen Bürgern einen Zugang zum Internet zu ermöglichen. «Tunesien war schon immer ein Land des Dialoges, der Toleranz und Verständigung», sagte er. (nz)