17. Nov 2005 12:51
Sonys umstrittener CD-Kopierschutz «XCP», der sich vom Nutzer unbemerkt auf PCs einnistet, hat eine enorme Verbreitung. Forscher wiesen ihn nun in 570.000 DNS-Netzen nach.
Die Anzahl der PCs, die «XCP» enthalten, könnte jedoch noch deutlich größer sein, wie Kaminsky sagte. In der genannten Zahl von Netzwerken könnten gleich mehrere Rechner betroffen sein: «Die echte Zahl ist vermutlich noch weit höher.» Sony hatte in dieser Woche angekündigt, insgesamt 2,1 Millionen verkaufter CDs, die den umstrittenen Kopierschutz enthalten, kostenlos umzutauschen. Um «XCP» vom Rechner zu entfernen, bot man ein Deinstallationsprogramm an. Dieses enthielt zunächst allerdings eine grobe Sicherheitslücke.«XCP» verändert Systemtreiber und versteckt sich auf dem Rechner, wird daher mit der «Rootkit»-Hackertechnik gleichgesetzt. Der Kopierschutz, der auf mindestens 20 populären CDs der letzten Monate enthalten sein soll, enthält aber auch eine «phone home»-Funktion: Die Software «telefoniere nach Hause», wie Kaminsky erklärt. Sie baut eine Verbindung zu Sony auf, um ihre Einsatzbereitschaft mitzuteilen. Diesen Vorgang nutzte Kaminsky nun, die Anzahl der von «XCP» befallenen Netzwerke zu untersuchen - beim Aufruf des Sony-Servers werden Spuren im Internet-Domänensystem DNS hinterlassen.