Sony ruft zwei Millionen CDs zurück
16.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
«Wir bedauern zutiefst alle Unannehmlichkeiten, die unseren Kunden dadurch entstehen könnten», so das Unternehmen. Die Unannehmlichkeiten könnten in der Tat gravierend sein: Vor kurzem war aufgefallen, dass der seit acht Monaten eingesetzte Schutz auf Computern mit Techniken aus dem Viren- und Spyware-Bereich arbeitet. Dazu spionierte die Software heimlich Informationen bei den Kunden und schickte sie an Sony. Außerdem produzierte der Schutz auf den Kunden-Computern seine eigenen Hintertüren, die nach Veröffentlichung von Virenschreibern auch prompt ausgenutzt wurden.
Grund dafür war wohl, dass die Kommandos zur Deinstallation via Internet gesendet wurden. Leider lässt das Tool den Zugang auch nach Entfernung des Kopierschutzes offen schon keine Hintertür, sondern ein offenes Scheunentor sei das, schreibt der Informatik-Professor in seinem Weblog: «Jede Website kann die Kontrolle über Deinen Computer übernehmen dann kann sie alles tun, was sie möchte. Das ist so ernst wie ein ein Sicherheitsleck überhaupt werden kann.»
Das inzwischen verwendete Tool sei immerhin sicher, so die Forscher weiter. Sicherheitsexperten haben ermittelt, dass mindestens 500.000 User den Kopierschutz auf ihren Rechnern installiert haben. Wie teuer die Aktion für Sony BMG werden könnte, ist noch nicht zu beziffern. Insgesamt 4,7 Millionen CDs mit dem Schutz wurden produziert, mehrere Klagen wurden inzwischen eingereicht. (nz)

