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Web-Software versieht Gesichter mit Namen

15. Nov 2005 15:01
Riya
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Ein kalifornisches Unternehmen arbeitet an einer Software, die automatisch Fotos beschriften soll. Sie kann Namen Gesichtern zuordnen - auch, wenn Freunde das Bild ins Internet stellen.

Eines Tages wird «Riya» womöglich automatisch erkennen, wenn das Foto eines beliebigen Menschen ins Internet gestellt wurde. Ein kalifornisches Internet-Startup hat die Software entwickelt, die Fotos mit Schlagworten versieht, die schon einmal eingegeben wurden.

«Riya» funktioniert dabei ähnlich wie die Fotosammlungen «Flickr» oder «Shutterfly». Nutzer laden ihre Fotos ins Internet und benennen sie anschließend mit beliebigen so genannten «tags». Anhand solcher Schlagworte werden die Bilder sortiert und können dann von anderen Nutzern angesehen werden.

Alpha-Version online

Mehr im Internet:
Derzeit ist «Riya» in einer Alpha-Version online. Tester berichten jedoch bereits von erstaunlichen Ergebnissen. Das Magazin «Wired» meldet, Tester David Castera habe Fotos seiner beiden Zwillingstöchter bei «Riya» eingestellt und benannt. Anschließend habe das Programm auf anderen Bildern beide Mädchen auseinander halten können, obwohl sie sich äußerst ähnlich sehen. Castera sagte, er habe sogar das Foto eines Jungen und dessen Vaters eingestellt - und «Riya» habe die Ähnlichkeit von beiden erkannt.

Der Chef der Softwarefirma, Munjal Shah, sagte, das Konzept sei im Prinzip einfach. «Menschen tun das die ganze Zeit. Du kannst einen Freund an seinem Hinterkopf und seinem T-Shirt erkennen. In einer Nanosekunde bringt unser Gehirn die einzelnen Bildpunkte zusammen - wir verfahren ganz ähnlich.» Laut Shah verarbeitet die Software für die Erkennung insgesamt 50 verschiedene Merkmale.

«Riya» erkennt Straßenschilder

«Riya» kann darüber hinaus auch Texte auf Straßenschilder erkennen. Die Anwendungsmöglichkeiten für die Software sind enorm. Shah schätzt, dass schon heute 280 Milliarden Fotos auf Computern liegen - die lediglich mittels Metadaten wie des Datums der Aufnahme durchsucht werden können.

«Wir nehmen heute jeden Augenblick unseres Lebens auf, aber wir können nicht danach suchen - unser Job ist getan, wenn man jedes Foto weltweit durchsuchen kann», so Shah, der dafür insgesamt vier Millionen Dollar Risiko-Kapital eingesammelt hat. Noch in diesem Jahr soll die Software für alle im Internet verfügbar sein.

Probleme mit dem Datenschutz

Clay Shirky von der New York University hält das Ziel für äußerst sinnvoll. Allerdings warnt er zugleich, «Riya» müsse Grenzen der Privatsphäre wahren.

Bislang zum Beispiel kann die Software per Mail benachrichtigen, wenn man in der Foto-Sammlung eines Freundes zu sehen ist - wenn der die E-Mail-Adresse in das System eingegeben hat. Die Funktion sollen die Nutzer in der endgültigen Version deaktivieren können, verspricht Shah.

Die Software könnte allerdings auch benutzt werden, um Leute aufzuspüren. «Riya»-Tester Castera sagt: «Am Ende kann man das vielleicht sogar für Vaterschaftstests nutzen.»

 
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