Menschenrechtler kritisieren Ort für Weltkongress
14.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Julien Pain von der Internet-Abteilung bei Reporter ohne Grenzen sagte dem britischen Rundfunksender BBC, «dieser Gipfel ist eine Maskerade». Kritische Internet-Nutzer hätten in Tunesien keine Chance, ihre Meinung zu veröffentlichen. Es gebe mehrere Fälle, in denen Blogger im Gefängnis gelandet seien. «Einen Gipfel über das Internet in einem Land zu organisieren, dass so repressiv mit dem Medium umgeht, ist lächerlich.»
Bei der Uno will man die Kritik jedoch nicht gelten lassen. Gipfel-Organisator Robert Shaw sagte, «den Gipfel in einer sich entwickelnden Gesellschaft zu veranstalten, ist sehr wichtig». Der afrikanische Kontinent habe extremen Aufholbedarf. «Nur drei Prozent aller Internet-Nutzer kommen aus Afrika», sagte er.
Elijah Zarwan von Human Rights Watch in Kairo kritisiert den Veranstaltungsort Tunis ebenfalls. Er zitierte einen Aktivisten aus Tunesien: «Wenn das Internet ein globales Dorf ist, dass ist Tunesien das Kellerverließ in diesem Dorf.» (nz)

