netzeitung.deInternet soll öffentlich ausgeschrieben werden

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Struktur des Internet (Foto: harvard.edu<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Struktur des Internet
Foto: harvard.edu
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die US-Regierung plant laut Medienberichten, die Internet-Verwaltung öffentlich auszuschreiben. Es wäre das erste Mal in der Geschichte des Netzes.

Bislang ist die «Internet Corporation for Assigned Names and Numbers» (Icann) zwar in privater Hand, steht aber unter der Kontrolle des US-Handelsministeriums. Ihr Vertrag zur Vergabe der Internet-Adressen (IANA) läuft im März aus, mehrere Staaten sowie die Uno forderten deshalb in der Vergangenheit, diese unter internationale Kontrolle zu stellen.

Nun aber kommt es offenbar völlig anders. Das Magazin «Computer Business Review» berichtet, die US-Regierung wolle die Verwaltung der Internet-Adressen öffentlich ausschreiben. Dies sei bei einem Treffen im US-Handelsministerium besprochen worden.

Das Ministerium wollte zu dem Bericht zunächst keinen Kommentar abgeben. Ein Sprecher sagte lediglich, man habe das Thema bislang noch nicht öffentlich diskutiert.

Internationale Kontrolle?
Die Verwaltung der Internet-Adressen und Adressräume stellt das zentrale Rückgrat des Internet dar. Sie berüht teilweise auch völkerrechtliche Fragen. So war es zum Beispiel nach dem Krieg im Irak die IANA, die die Top-Level-Domain «.iq» an die neue irakische Regierung übergab.

Auch aus diesem Grund fordern die Europäer und viele Entwicklungsländer, die Internet-Verwaltung müsse unter internationale Kontrolle gestellt werden. Dies aber lehnen die USA bislang vehement ab. Der Streit belastet auch die Verhandlungen vor dem Weltgipfel in Tunis kommende Woche. (nz)