netzeitung.deYahoo: Aufregung wegen Nazi-Vergleich

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Yahoo-Email. (Foto: yahoo.de<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Yahoo-Email.
Foto: yahoo.de
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Yahoo hat Blogger in aller Welt empört. Auf einer Statue, die das Unternehmern seinen Programmierern verlieh, wird die Suchmaschine Google indirekt mit Nazi-Deutschland verglichen.

Der Kampf um die Vormachtstellung im Internet nimmt groteske Züge an: Das Web-Portal Yahoo hat seinen Konkurrenten Google nun indirekt mit dem von den Nazis regierten Deutschland verglichen.

«Google in den Hintern treten»
Wie mehrere große US-Technologie-Weblogs melden, hat das Yahoo-Management ein Programmiererteam mit einer Plastikstatue geehrt. Die Programmierer hatten den Webmail-Dienst des Portals überholt, der in direktem Wettbewerb zu Googles Gmail steht.

Auf einer Plakette an der Statue ist laut den Bloggern zu lesen, dass das Yahoo Mail-Team «enorme intellektuelle Anstrengungen» unternommen habe und weiter heißt es: «Seitdem Großbritannien den Geheimcode der deutschen Codiermaschine Enigma entschlüsselte, wurde niemals mehr derart viel Gehirnschmalz aufgewendet, um einem Feind in den Hintern zu treten.»

«Die Tapferkeit, Mut und gesammelte Intelligenz des Yahoo-Mail-Teams» werde man nie vergessen: «Zumindest nicht, so lange nicht eine weitere Version von Yahoo Mail veröffentlicht wird.»

Blog-Szene empört
Die Weblog-Szene reagierte mit Empörung auf die Meldung: «Ich würde mich freuen, wenn ich das nur erfunden hätte», schreibt das Google nahestehende Weblog «Fury.com»: «Das Yahoo-Management belohnt sein Team, in dem seine Arbeit mit dem Kampf gegen die Nazis verglichen wird.» Anderswo hieß es, Yahoo habe diese Aussage womöglich «irgendwie ironisch» gemeint: «Dummerweise ist diese Ironie allerdings verloren gegangen.»

Blogger und Autor Rich Siegel verglichen Yahoos Auszeichnung derweil mit enorm schlechten Filmideen, die trotzdem auf die Leinwand gekommen sind: «Wer zur Hölle kam auf diese Idee?» Eine offizielle Stellungnahme von Yahoo liegt bislang nicht vor, allerdings verschwanden inzwischen Aufnahmen der Statue vom Yahoo-eigenen Fotodienst Flickr, die den Bloggern zuvor als Beweismittel dienten.


Für das Web ediert von Ben Schwan