netzeitung.deFonds wollen Meinungsfreiheit achten

 Herausgeber: netzeitung.de

Auf Initiative der «Reporter ohne Grenzen» wollen mehrere Fonds künftig ihr Engagement bei Yahoo, Microsoft, Cisco und anderen überprüfen - weil diese repressive Regimes unterstützen.

Auf Initiative der Journalistenorganisation «Reporter ohne Grenzen» haben mehr als 20 US-Fondgesellschaften in New York erklärt, künftig bei ihren Käufen auf die Wahrung der Meinungsfreiheit zu achten. Sie wollen künftig keine Unternehmen mehr unterstützen, die repressive Regime wie etwa China bei der Strafverfolgung helfen, berichtet die «New York Times».

Hintergrund ist die Inhaftierung des chinesischen Journalisten Shi Tao. Er war zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt worden, nachdem Yahoo dessen Identität den chinesischen Behörden preisgegeben hatte.

Die 25 amerikanischen, kanadischen, australischen und europäischen Fonds wollen nun ihre Investitionen in diesem Sektor überprüfen. Sie verwalten insgesamt mehr als 21 Milliarden Dollar. «Reporter ohne Grenzen» hoffen, dass sich weitere Investoren der Initiative anschließen.

Auch Microsoft, Google und Cisco betroffen
Die Aktion richtet sich nicht nur gegen Yahoo, sondern auch gegen Firmen wie Cisco, Microsoft und Google, die in Ländern mit eingeschränkter Presse- und Meinungsfreiheit den dortigen Behörden helfen - in dem sie beispielsweise kritische Internetseiten sperren oder Nutzer-Informationen an die Behörden weiterreichen.

«Microsoft hat eine zensierte Version eines Weblog-Tools an China geliefert und Google ruft in China Seiten zum Thema Menschenrechte nicht auf, sondern bringt stattdessen Regierungsseiten», so die Organisation. (nz)