08. Nov 2005 09:57
Die Datei-Tauschbörse Grokster stellt ihren Betrieb ein und zahlt eine Millionensumme – das ist das Ergebnis eines Vergleichs mit der Musikindustrie.
Außerdem hatte das Gericht die Betreiber dazu verurteilt, sich mit der Musikindustrie auf einen Vergleich zu einigen. Wegen der dadurch nicht eben guten Verhandlungsposition versprach Grokster jetzt, den Service einzustellen. Dazu zahlt man der Unterhaltungsindustrie 50 Millionen Dollar als Ausgleich.«Diese Einigung kennzeichnet das Ende eines extrem wichtigen Kapitels in der Geschichte der digitalen Musik», zitiert «Golem.de» Mitch Bainwol, den Chef des US-Verbands der Musikindustrie RIAA, während der Grokster-Anwalt Michael Page sagte, man wolle nun an einer lizensierten Version der Börse arbeiten. «Es ist Zeit für einen Neuanfang» steht dazu auf der Grokster-Website. Der legale Service soll noch vor Jahresende zur Verfügung stehen, möglicherweise unter Regie des eng mit Sony verbandelten Anbieters Meshboxx.
Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs hat für großen Wirbel in der Filesharing-Szene gesorgt: Die Börse Win MX stelle ihren Betrieb bereits ein, die eDonkey-Macher, das Unternehmen Meta Machine, strebt offenbar ebenfalls eine Einigung mit der Musikindustrie und eine Lizensierung der Geschäfte an. Die Morpheus-Macher Streamcast wollen dagegen offenbar weiter nach einer Hintertür suchen.
Das Ende des Filesharings in seiner heutigen Form dürfte allerdings auch ein Streben der Börsen-Macher nicht bedeuten: Da die meisten Börsen der Nach-Napster-Generation keine zentralen Server aufweisen, sondern nur auf den Rechnern der User existieren, kann mit der Software weiter getauscht werden, auch wenn sie von den Entwicklern nicht mehr verbreitet wird. Für eDonkey etwa existieren zudem diverse Modifikationen, die von den ursprünglichen Entwicklern abgekoppelt sind. (nz)