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Lupe Jugendliche nutzen Netz als Steinbruch

Mädchen bloggen eher, Jungen laden mehr herunter, sagt eine Studie. Allen gemein: Vorhandene Inhalte dienen als Rohstoff für die eigene Kreativität.

Jugendliche nutzen das Internet sowohl dazu, die eigene Kreativität auszuleben, als auch als Steinbruch, um an Ausgangsmaterial für eigene Produkte zu gelangen. Das ist das Ergebnis einer Studie des Pew American and Internet Life Project.

Für ihre Untersuchung befragten die Forscher amerikanische Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren. Weblogs sind in dieser Gruppe viel weiter verbreitet als bei Erwachsenen – weniger in Form klassischer Mediennutzung, wie es bei Erwachsenen der Fall ist, Blogs dienen für die Jugendlichen vor allem dazu, persönliche Beziehungen zu finden, zu pflegen und auszuleben.

Deshalb fokussieren sich die Jugendlichen auch weniger auf die wenigen ersten Stars der Szene, sondern eher auf den Bereich der kleineren Blogs, die vor allem von Freunden und Familie gelesen und kommentiert werden.

Die Welt ist eine Bühne
Mädchen in den USA bloggen nach der Studie mehr als Jungen: Von den 15- bis 17-Jährigen Mädchen führt ein Viertel ein Weblog, bei den männlichen Altersgenossen sind es nur 15 Prozent. Ein Drittel aller Befragten teilt eigene kreative Leistungen über das Netz mit anderen – seien es Fotos, Texte, Kunst oder Video. Knapp 20 Prozent haben kein Problem damit, die Leistungen als Grundlage für die eigene Arbeit zu benutzen.

«Diese Teenager sind in eine digitale Welt geboren worden, in der sie davon ausgehen, dass sie Dinge erschaffen, konsumieren, neu aufbereiten und miteinander und anderen teilen können», erklärte Lee Rainie, Direktor des Projekts. «Die ganze Welt ist in sehr wörtlichem Sinn eine Bühne für sie.»

Downloads sind zu einfach
Eine Domäne der männlichen Jugendlichen sind dagegen Downloads aus dem Netz, ergab die Studie: 51 Prozent der US-Teenager laden Musik oder Videos aus dem Netz, während es bei den Erwachsenen nur 18 Prozent sind. Je 30 Prozent der Downloader bedienen sich dabei nach eigenen Angaben der legalen Musikshops oder der Tauschbörsen. Copyright-Bedenken spielen dabei eine untergeordnete Rolle: Drei Viertel der Befragten sind der Ansicht, dass Downloads und Filesharing so einfach sind, dass man von den Menschen nicht erwarten könne, es nicht zu tun.

«In einer Zeit, in der soziale Normen rund um digitale Inhalte nicht immer das gleiche aussagen wie die Buchstaben des Gesetzes», kommentiert Mary Madden, Co-Autorin der Untersuchung«, sind sich die meisten Jugendlichen der Beschränkungen im Zusammenhang mit geschütztem Material bewusst. Aber sie glauben, es sei immer noch zulässig, ein bisschen davon umsonst ins Netz zu stellen.»

Insgesamt, so das Fazit der Studie, verschwimmen unter den Jugendlichen immer mehr die Grenzen zwischen Mainstream-Medien und hausgemachten Inhalten. Die traditionellen Medienunternehmen, rät Rainie, sollten ihre Beziehungen zu diesem heran- und hereinwachsenden Publikum überdenken – in Richtung dialog-orientierter Partnerschaft statt wie bisher als starre Abgrenzung zwischen Produzenten und Konsumenten. (nz)