Warcraft-Entwickler unter Spionageverdacht
01.11.2005
Herausgeber: netzeitung.de
«Ich sah, dass ,The Warden die Mailadressen sämtlicher Leute protokollierte, mit denen ich per MSN kommunizierte, die Adressen einiger Websites, die ich geöffnet hatte und die Namen aller Programme, die liefen», schreibt Hoglund dazu in seinem Blog. Auch sensible Daten wie etwa Kreditkartennummern könnten auf diese Weise an den Spiele-Entwickler übermittelt werden, befürchtet Hoglund.
Die Reaktionen auf die Enthüllung sind gespalten. Die Electronic Frontier Foundation bezeichnete das Programm als «Spyware» und «massiven Eingriff in die Privatsphäre». Allerdings sei es denkbar, dass Blizzards Aktivitäten legal seien, da sie in den Lizenzbedingungen für das Spiel verankert seien.
Unter den Spielern gibt es allerdings viele, die es begrüßen, dass Blizzard gegen mogelnde Mitspieler vorgeht, und dafür die Datenübermittlung in Kauf nehmen. «Falls jemand Angst hat, dass die Software sensible Informationen aus ihren Programmen übermittelt», meinte etwa Jason Justice von der Spielergilde «Low Red Moon», «dann wäre eine mögliche Lösung, einfach keine anderen Programme laufen zu lassen, während man World of Warcraft spielt. Das wäre auch wegen der Systemleistung ratsam.»
Hoglund, der Entdecker der geheimen Aktivitäten von «The Warden», ist dagegen zum Gegenangriff übergegangen: Er hat ein Programm namens «The Governor» entwickelt, das den Spieler darüber informiert, was es beobachtet. (nz)

