18. Okt 2005 14:47
Immer mehr Rechner und Zubehör werden verkauft und sind immer kürzer in Gebrauch. Das sorgt für immer mehr Sondermüll. Zumindest ist die Entsorgung bald kostenlos.
Auch das Umweltbundesamt konstatiert «immer schnellere und kurzlebigere Innovationszyklen» in der Elektronikbranche. «Ein Computer wird im Durchschnitt etwa drei bis vier Jahre benutzt», sagt der Bitkom-Experte. Findet sich danach kein Abnehmer, wird der Rechner zum Sondermüll.«Umweltschädliche Substanzen wie Flammschutzmittel für Gehäuse und Leiterplatinen machen diesen Müll zum Riesenproblem», warnt WWF-Experte Bauske. Computer enthalten außerdem Schwermetalle und schädliche Chemikalien wie zum Beispiel Weichmacher. Flammschutzmittel stehen im Verdacht, den Hormonhaushalt des Menschen zu schädigen. Blei kann beim Menschen Nierenschäden auslösen.
«Gerade wegen der Schadstoffe ist es wichtig, dass die Geräte nicht im Hausmüll landen», sagt Bauske. Wer einen alten Computer zu Hause hat, für den könnte es sich lohnen, ihn bis zum nächsten Jahr zu behalten. Denn ab 24. März kommenden Jahres können PC-Besitzer ausrangierte Geräte kostenlos bei kommunalen Sammelstellen abgeben.
Grundlage dafür ist das neue Elektro-Gesetz. Es verpflichtet die Hersteller von Elektrogeräten dazu, die Entsorgung ihrer Produkte selbst zu finanzieren. Der Beitrag jedes einzelnen Produzenten richtet sich dabei nach dem Marktanteil. Der WWF empfiehlt, schon beim Kauf eines Computers darauf zu achten, dass er das Umweltsiegel des «Blauen Engels» trägt. Computer mit diesem Zeichen sind leichter zu entsorgen und enthalten weniger Giftstoffe.
Auf keinen Fall sollte man einen Rechner zu früh wegwerfen. «Es ist ökologisch sinnvoll, den Computer so lange zu nutzen, bis sein physisches Ende gekommen ist», rät Georg Heydecke vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Auch einen älteren PC könne man an einen Zweitnutzer oder an einen Bastler weitergeben. (AP)