14.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Islamisten verbreiten Horror per Handy
An Schulen kursieren islamische Horror-Geschichten per Foto-SMS. Der Verfassungsschutz vermutet Extremisten hinter den dubiosen Nachrichten.
An Berliner Schulen tauchten die dubiosen Handy-Kurznachrichten zuerst auf. Die Geschichte handelt von einem Mädchen, dass seine Mutter, eine streng gläubige Moslemin, ärgert und deshalb zum Monster mutiert. Einem Bericht der «Berliner Zeitung» zufolge kurisert der Text erst seit kurzem unter den Jugendlichen, nachdem zunächst ähnlich geartete Flugblätter auftauchten.
Der Text der türkischsprachigen MMS ist grausam. Eine Mutter, die den Koran lesen will, fordert ihre Tochter auf, ihre Musik leiser zu stellen. Diese antwortet, sie solle selbst leise sein - und zerreißt das heilige Buch. im gleichen Moment fängt die Tochter Feuer. Die Mutter will sie retten und wirft eine Decke über sie. Als sie diese wieder wegzieht, hat sich das Mädchen in ein Monster verwandelt.
Am Schluss heißt es: «Zurzeit befindet sich das Mädchen in einem Krankenhaus in Holland. Ihre Familie will, dass sie mit einer Spritze getötet wird.» Darunter erscheint ein Bild des häßlichen Mädchens.
«Die nehmen das ernst»Der Kreuzberger Sozialwissenschaftler Hakan Aslan, der Jugendliche nach der Schule betreut, sagte der «Berliner Zeitung», zuerst habe er die Sache nicht ernst genommen. Die Botschaften würden aber inzwischen vielfach verschickt und unter den Jugendlichen weitergereicht.
Viele Kinder hätten Angst vor den Botschaften. «Die nehmen das ernst», sagt Aslan. Ziel der MMS seien offenbar vor allem Mädchen.
Der Schulsenator hat, alarmiert durch mehrere Schulleiter, die Sache an die Polizei weitergereicht. Die informierte den Verfassungsschutz, der inzwischen «einen religiösen Hintergrund» erkennt. Den Verfassungsschützern zufolge gab es ähnliche Vorfälle in den Niederlanden und Saudi-Arabien.
Laut «Berliner Zeitung» kursieren solche MMS inzwischen auch in anderen deutschen Städten. (nz)