Amerikanerin verklagt Musikindustrie
04.10.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Auch Andersen war ins Visier der privaten Ermittler geraten und zwar dem Anschein nach grundlos: Eine Institution hatte sich mit ihr in Verbindung gesetzt und Geld für angebliche Downloads gefordert. Man drohte ihr damit, wenn sie nicht unverzüglich zahle, werde man sie in einen teuren und nervenraubenden Rechtsstreit verwickeln. Auch ihren Namen werde man öffentlich machen, das Urteil werde sie mehrere hunderttausend Dollar kosten.
Der Vorwurf gegen die Klägerin: Sie habe unter dem Pseudonym «gotenkito@kazaa.com» um halb fünf Uhr morgens einen Gangster-Rap-Song heruntergeladen. Man habe ihr frei heraus erklärt, dass Mediasentry heimlich ihren privaten Computer durchforscht habe, so die Klägerin. Andersen betont, dass ihr in Folge nie eine Klageschrift oder eine Vorladung zugestellt wurde, ein Verfahren habe es nicht gegeben. Auch sei sie um diese Zeit nicht am Rechner und habe noch nie in ihrem Leben Musik aus dem Internet geladen.
Die Musikindustrie missbrauche die Gerichte, so Andersen, um eine Kampagne gegen Datei-Tauschbörsen durchzusetzen. Dabei gehe es der RIAA lediglich um PR und Einschüchterung der Öffentlichkeit. (nz)

