netzeitung.deBittorrent plant legalen Download-Service

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Mehrere Millionen Dollar Risiko-Kapital haben die Entwickler der Datei-Tauschbörse Bittorrent erhalten. Sie wollen einen legalen Vertrieb von Videos aufbauen.

Die Entwickler der Dateitausch-Plattform Bittorrent wollen sich ein legales Standbein aufbauen. Wie «USA Today» meldet, hat das Unternehmen bei dem Finanzierer Doll Capital Management (DCM) 8,75 Millionen Dollar eingeworben, um damit eine kommerzielle Plattform für den Download von Videofilmen aufzubauen.

Dabei denkt Bittorent sowohl an eine Abgabe gegen Bezahlung als auch daran, Filme kostenlos zur Verfügung zu stellen und im Gegenzug mit Werbung zu versehen.

«Das Piraterie-Geschäft ist nichts, mit dem irgendwer Geld verdienen kann», beschreibt einer der Unternehmensgründer, Ashwin Navin, das Geschäftsmodell. «Wir wollen unsere Technologie nutzen, um damit bezahlte oder werbefinanzierte Inhalte zu verbreiten.»

Bittorrent liegt unter den Tauschbörsen auf Platz zwei. Einen Marktanteil von 33 Prozent attestierten die Marktforscher von Cachelogic der Software – erster ist danach übrigens Edonkey, mit dem die Hälfte aller Nutzer arbeiten. «Google hat bewiesen, dass Du Geld verdienen kannst, wenn Du Traffic hast», begründete David Chao vom Finanzierer DCM das Engagement seiner Firma.

Börsen-Betreiber unter Druck
«Wir haben 45 Millionen User weltweit und eine riesige Menge Traffic. Wir wissen, dass das ein echtes Geschäft ist.» Angeblich entfallen rund 30 Prozent des gesamten Datenverkehrs im Internet auf Bittorrent.

Man verhandle bereits mit den Hollywood-Studios wie auch mit der RIAA, dem US-Branchenverband der Musikindustrie, Plattenfirmen und Softwarefirmen, um Möglichkeiten zu finden, deren Produkte über das Bittorrent-Netzwerk zu vertreiben, sagte Navin.

Dem Vertriebskanal Internet wird von Experten eine große Zukunft vorhergesagt - allerdings stehen die Tauschbörsen-Entwickler auch unter Druck, ihre Geschäfte auf eine legale Basis zu stellen: Im Juni hatte der Oberste Gerichthof entschieden, dass die Börse Grokster und der Morpheus-Betreiber Streamcast für Copyright-Verletzungen ihrer Nutzer haftbar gemacht werden können. (nz)