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Ein besseres Internet dank Ajax

23. Sep 2005 11:49
Ajax im Test bei Yahoo: Instant Search
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Im deutschen Sprachraum klingt die neue Internet-Technik noch wie ein Putzmittel. Ajax wird das Internet drastisch verändern.

Von Peter Schink

Der Begriff Ajax ist gerade einmal sieben Monate alt und hat schon jetzt das Internet verändert wie kaum eine HTML-Technik. Der Begriff steht für «Asynchronous Javascript and XML» (Asynchrones Javascript und XML) und beschreibt, wie Eingaben von Nutzern auf Internet-Seiten sofort verarbeitet werden können – ohne dass man einen Button drückt oder die Seite neu laden muss.

Das Prinzip hinter Ajax gibt es schon länger, doch in den vergangenen Monaten haben eine ganze Reihe von Websites neue Anwendungen mit Hilfe von Ajax realisiert. Google benutzt Ajax für «Google Mail» und «Google Maps», Yahoo für «Live Search» und Flickr für die Anzeige von Fotos.

Das Prinzip ist immer gleich. Mit Hilfe der Skriptsprache Java-Script werden Eingaben des Nutzers im Internet sofort an den Server geleitet und dort verarbeitet. Das Ergebnis wird an die Internetseite gegeben und dort angezeigt, wobei nur die geänderten Teile der Seite neu geladen werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Seiten werden interaktiver und laden wesentlich schneller.

«Google Sugggest»

Eine der denkbar einfachsten Anwendungen hat schon zu Beginn des Jahres Google realisiert. «Google Suggest» ist eine kleine Veränderung der Suchseite – noch während der Nutzer einen Begriff eintippt, erscheinen am unteren Rand der Eingabezeile «Vorschläge», häufig verwendete Suchanfragen.

Mehr im Internet: Beispiele für Ajax
In «Google Mail» wurde Ajax bereits sehr weitgehend implementiert. Während man auf der Website des E-Mail-Dienstes die ersten Buchstaben eines Empfänger für eine Mail eintippt, erscheinen bereits die passenden Einträge aus dem Adressbuch. Die komplette Navigation ist ebenfalls Ajax-basiert – die Seite lädt vielfach nur Teilbereiche nach, wodurch sie schneller erscheint.

Interaktive Landkarten

Ajax-Anwendungen beschränken sich aber nicht nur auf Formularfelder. So lässt sich etwa die Karte bei «Google Maps» mit der Maus verschieben, neue Ausschnitte scheinen ohne Verzögerung auf dem Bildschirm. Das ist nur möglich, weil Ajax im Hintergrund bereits neue Teile der Karte nachgeladen hat. Der Internet-Organizer «Backpack» zeigt sogar neue Todo-Einträge mit Hilfe von Ajax sofort auf dem Bildschirm an, auch wenn sie von anderen Nutzern eingegeben wurden.

Mehr im Internet: Mehr über Ajax
Der Begriff Ajax wurde das erste mal von Jesse James Garrett in einem am 18. Februar veröffentlichten Eassy mit dem Namen «Ajax: A New Approach to Web Applications» beschrieben. Der eigentliche Durchbruch ist aber wohl auch «Google Mail» zu verandenken, der schon im vergangenen Jahr vielen Webdesignern die Vorteile der Technik des Javascript-Befehls «XMLHttpRequest()» vor Augen führte.

Durchbruch für «XMLHttpRequest()»

In den vergangenen Monaten entstanden so dutzende von Websites, die sich mit dem Thema befassen. Inzwischen halten große Konzerne wie Microsoft und IBM ihre Programmierer an, Ajax zu verwenden.

Der Grund: Mit Ajax lassen sich Webseiten programmieren, bei denen Nutzer nicht mehr klicken und warten müssen. Zudem benötigt der Anwender keinerlei Plugins, Javascript ist in allen Browsern standardmäßig aktiviert. Webseiten werden dadurch künftig ähnlich aussehen und funktionieren wie Desktop-Anwendungen. Das Internet wird endgültig interaktiv.

 
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