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SPD reagiert auf Mailanfragen am schnellsten

16. Sep 2005 14:07
Wer an die FDP per Mail eine Anfrage richtet, sollte viel Geduld mitbringen: 7,6 Tage braucht die Partei im Schnitt für eine Antwort. Noch länger dauert es bei der CDU.

Die Parteien reagieren sehr unterschiedlich auf Anfragen der Bürger per E-Mail. Das ist das Ergebnis eines Tests, den die Unternehmensberatung Comcheck durchgeführt hat. Danach dauert es durchschnittlich 11,2 Werktage, bis die CDU eine Mail-Anfrage beantwortet. Auch die FDP lässt sich viel Zeit: 7,6 Werktage braucht sie im Schnitt, um auf eine Mail zu reagieren.

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Besser schnitten die Regierungsparteien und die Linkspartei ab. Während die Grünen im Schnitt immerhin nur 4,3 Werktage für die Antwort benötigen, ist die Linkspartei.PDS mit einer durchschnittlichen Bearbeitungsdauer von 3,3 Werktagen noch schneller. Testsieger ist die SPD: Hier kann der Absender nach 2,4 Werktagen mit einer Antwort rechnen.

Unnötige Nebeninformationen

Schnelligkeit ist das eine. Nicht unwesentlich ist aber auch die Art, wie die Anfragen beantwortet werden. Und da besteht bei allen Parteien Änderungsbedarf. «Die Antworten erschienen überwiegend losgelöst von der Anfrage, überfrachtet mit ungefragten Informationen und leider auch sehr unpersönlich», so das vernichtende Urteil der Tester. Auf eine gezielte Frage zu einem politischen Thema erhielten sie oft unnötige Nebeninformationen. Manchmal wurde ihnen einfach das gesamte Wahlprogramm der jeweiligen Partei zugeschickt.

Comcheck-Geschäftsführer Christian Hogertz sieht die Ergebnisse des Tests als Beleg dafür, dass die Parteien den emotionalen Aspekt der Kommunikation vernachlässigen, der normalerweise viel wichtiger sei als die reine Sachinformation. «Sie lassen dabei die große Chance einer direkten Anfrage seitens des interessierten Bürgers ungenutzt, Sympathie für sich und ihre Politik zu erwerben», so Hogertz.

Die Tester versandten an CDU, FDP, Linkspartei.PDS, SPD und Bündnis 90/Die Grünen jeweils 20 Mailanfragen mit der Bitte um Stellungnahme. Dabei wurden Fragen zu verschiedenen Wahlkampfthemen gestellt, zum Beispiel zur Weiterentwicklung von Hartz IV, zu Strategien zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit oder zu möglichen Änderungen bei der Mehrwertsteuer. (nz)



 
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