16.09.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Wahl-O-Mat
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Millionen Wähler nutzen den Wahl-O-Mat, um herauszufinden, welcher Partei sie nahestehen. Doch wenige Tage vor der Bundestagswahl gerät das Online-Tool in die Kritik.
Wenige Tage vor der Wahl haben Vertreter der Parteien den Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) kritisiert, der dem Wähler als Entscheidungshilfe für die Stimmabgabe bei der Bundestagswahl am Sonntag dienen soll. Die kritisieren, die Texte des Wahl-O-Mat würden die Wahlprogramme der fünf teilnehmenden Parteien teilweise nicht korrekt wiedergeben.
Der Nachrichtensite «Heise online» sagte eine Sprecherin von Bündnis 90/Die Grünen, die Fragen seien teilweise zu unklar oder zu kompakt formuliert. Sie forderte, dass die für den Wahl-O-Mat zuständige Redaktion in Zukunft die Fragen bzw. Thesen in enger Absprache mit den Parteien formuliere, um für mehr Klarheit zu sorgen. Eine ähnliche Auffassung vertritt dem Bericht zufolge die FDP. Von den Unionsparteien und der SPD gebe es bislang keine Stellungnahmen.
Die Bundeszentrale für politische Bildung sagte, die Parteien selbst hätten ihre jeweiligen Standpunkte zu den Thesen eingetragen und auch autorisiert. Zudem habe man den Fragenkatalog bewusst möglichst kompakt ud repräsentativ gestalten wollen. Da eine nachträgliche Änderung des Wahl-O-Mat mindestens eine Woche dauern würde, habe man sich mit den Parteien darauf verständigt, dass er in der bestehenden Form beibehalten werde.
Der Wahl-O-Mat legt 30 politische Thesen vor, die der Nutzer mit «Ja», «Nein» oder «Neutral» beantworten kann. Am Ende wird er der Partei zugeordnet, der er inhaltlich am nächsten steht. Bei der letzten Bundestagswahl 2002 wurde rund 3,6 Millionen mal auf die virtuelle Entscheidungshilfe zurückgegriffen. Auch die Netzeitung bietet ihren Lesern einen Zugriff auf den Wahl-O-Mat. (nz)