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Teenies klicken Weblogs auf Top-Position

12. Sep 2005 16:09
Tokio Hotel
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Seit mehrere unverdächtige deutsche Weblogs die Teenie-Band Tokio Hotel erwähnt haben, können sie sich vor Zugriffen kaum retten: Sie sind Nummer eins bei der Suchmaschine Google.

Von Ben Schwan

Gerrit van Aaken, der das bekannte deutsche Design-Weblog «Praegnanz.de» betreibt, verhielt sich in Sachen aktueller Teenie-Pop-Wellen bislang eher unverdächtig. Statt über die neusten Kleidungsstücke von Britney Spears zu schreiben, beschäftigte er sich lieber mit aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der Typografie.

Zugriffe verdreifacht

Dennoch kann sich der Mediendesign-Student, der sein Studium derzeit mit einer wissenschaftlichen Arbeit über den Internet-Trend Podcasting abschließt, vor Website-Zugriffen junger Teenagerinnen nicht retten. «Meine täglichen Besucherzahlen haben sich verdreifacht», erzählt er. Van Aakens Web-Erfolg mit «Praegnanz.de» hat einen ganz einfachen Grund: Sein Weblog steht auf Platz eins beim Suchdienst Google, wenn man nach der Brandenburger Grufti-Teeny-Band «Tokio Hotel» in Verbindung mit dem Begriff «Fanclub» sucht.

Und das kam so: Nachdem bereits ein anderer Blogger mit einem Bericht über «Tokio Hotel» ganz oben bei der populärsten Suchmaschine gelandet war, wollte van Aaken es ebenfalls probieren. «Das brachte mich auf die Idee, einen ganz bewussten und gezielten Google-Test mit mein eigenes Weblog durchzuführen.»

Der ist ihm definitiv gelungen: Innerhalb weniger Tage landete «Praegnanz.de» bei Google auf Platz 1. Inzwischen wurde van Aakens Google-Testseite, die wenig Informatives über «Tokio Hotel» enthält, sondern sich nur leicht über die Band lustig macht, 15.000 Mal abgerufen.

Austausch von Handy-Nummern

Die «Toko Hotel»-Fans sehen van Aakens Design-Weblog inzwischen als Diskussions-Website an. «Die wissen gar nicht, wo sie sich da befinden. Sie halten das ganz eindeutig für eine Tokio-Hotel-Fanseite. Das ist absurd, denn es weist absolut nichts darauf hin, bis auf dieses Google-Ranking», sagt van Aaken. Hunderte Kommentare gingen inzwischen ein - so viele, dass van Aaken die Seite inzwischen schloss: «Die Mädels diskutierten in erster Linie darüber, wer am meisten in die Band verliebt ist. Erschreckend war für mich, dass da munter Handynummern getauscht wurden - neben der katastrophalen Rechtsschreibung.»

Eine Erklärung, warum «Praegnanz.de» bei Google soweit oben steht, hat van Aaken auch: «Die meisten Weblogs erfüllen von Haus aus sämtliche Kriterien, die von Google geliebt werden: Viel Text, häufige Neuerungen, semantische Gliederung, sauberer Quellcode durch professionelle Templates, und häufig ein perfektes URL-Design.» Das trifft für die offiziellen Internet-Angebote von «Tokio Hotel» nicht zu: «Es gibt nur ein paar im Aufbau befindliche Foren und Homepages.» Da helfen die Blogger gerne.

 
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