Warten auf den DSL-Anschluss
22.08.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Es ist wenig verwunderlich, dass immer mehr DSL-Nutzer zu so genannten Resellern wechseln: Während die Deutsche Telekom für eine DSL-6000-Flatrate von ihrer Tochter T-Online knapp 30 Euro verlangt, kostet sie beispielsweise beim Konkurrenten 1&1 nur 7 Euro, wenn man in einer von knapp 20 größeren deutschen Städten lebt. Ist das nicht der Fall, zahlt man mit 10 Euro immer noch nur ein Drittel des Preises bei T-Online. Ähnlich günstige Angebote sind auch von den anderen DSL-Wettbewerbern der Telekom zu haben.
Der Grund für den schleppenden DSL-Wechsel liegt nicht nur bei der hohen Nachfrage, die derzeit bei den Telekom-Konkurrenten herrscht. Die internen Abläufe funktionieren nicht. So wendet sich ein Reseller selbst erst an die Telekom, damit diese den DSL-Anschluss des wechselwilligen Kunden freigibt (oder zum ersten Mal schaltet). Erst wenn die Telekom dem Reseller einen Schaltungstermin nennt, kann dieser sich dann wiederum an den Kunden wenden - ohne den Ex-Monopolisten geht im DSL-Geschäft gar nichts, weil er über fast alle Anschlussleitungen zu den Endnutzern verfügt.
Doch auch die Reseller sind oft überfordert: Der Kunde ruft beim Reseller an, der sich dann wiederum bei der Telekom über den Sachstand informieren muss. Oft kommt es wochenlang zu überhaupt keiner schriftlichen Kommunikation, während der Kunde auf seinen Breitband-Anschluss wartet.
Nicht alle DSL-Wechsler sind von dem derzeitigen Chaos betroffen. Statistiken, wie viele Wechselversuche nicht reibungslos funktionieren, gibt es nicht. Klar ist nur eines: Von jeglichem DSL-Ärger profitiert letztlich die Deutsche Telekom selbst. Kommt der Reseller mit dem Anschluss seit Wochen nicht hinterher, führen Anrufe von entnervten Kunden bei der Hotline des Ex-Monopolisten zu erstaunlichen Ergebnissen: Die Telekom selbst könne T-DSL problemlos innerhalb weniger Tage schalten. Es geht also - so lange der Kunde nicht bei der Konkurrenz ist.

