netzeitung.deGoogle spricht nicht mit kritischen Journalisten

 Herausgeber: netzeitung.de

Eric Schmidt (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Eric Schmidt
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

«CNet» gehört zu den größten Computer-Fachdiensten der USA. Wegen eines Artikels über Googles Suchtechnik will der Konzern nicht mehr mit deren Redakteuren zusammenarbeiten.

Der Fachdienst «CNet» ist in den USA eigentlich für seine umfassende, neutrale Computer-Berichterstattung bekannt. Mit der Berichterstattung nicht einverstanden ist offenbar aber der Konzern Google.

Weil «CNet» für einen Artikel über die Informationsfülle im Internet deren Chef Eric Schmidt «gegoogelt» hatte, kündigte ein Konzernsprecher der Redaktion an, dass man ein Jahr für Statements und Interviews nicht mehr zur Verfügung stehe.

Die «New York Times» berichtet, Google habe moniert, dass persönliche Informationen über Schmidt veröffentlicht wurden. «Ihr könnt uns unter der Rubrik 'kein Kommentar' ablegen», sagte der Google-Sprecher.

«Wir haben deren eigenes Produkt genutzt»
Die Journalisten hatten in dem Artikel demonstrieren wollen, welche persönlichen Informationen mit der Suchmaschine Google zu finden sind. So fanden die CNet-Redakteure über Schmidt beispielsweise heraus, dass er Google-Anteile im Wert von 1,5 Milliarden Dollar besitzt, im kalifornischen Atherton lebt, Pilot ist und die Präsidentschaftskandidatur von Al Gore mit 10.000 Dollar unterstützte. Die Redakteure veröffentlichten, wo Schmidt wohnt und auch, welche Hobbies er hat.

Jai Singh, Chefredakteur von «CNet» sagte der «New York Times», er habe in 20 Jahren noch keinen Fall erlebt, in dem ein Unternehmen überhaupt nicht mehr mit einer Redaktion reden will. «Unsere Sicht der Dinge ist, dass alles, was wir veröffentlicht haben, öffentlich zugängliche Informationen sind und wir deren eigenes Produkt genutzt haben, um sie zu finden», so Singh.