Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Atari 2600 – Erinnerungen an rustikale Konsole

03. Aug 2005 11:34
Atari 2600
Bild vergrößern
Vor mehr als zwanzig Jahren eroberte die erste Spielekonsole die Wohnzimmer. Der Atari 2600 setzte auf Holz-Applikation und robuste Joysticks.

Von Verena Wolff, dpa

Früher gab es Videospiele ausschließlich in Spielhallen, Eisdielen oder Jugendzentren. Ende der siebziger Jahre kam dann der Atari VCS, der später auch unter dem Namen Atari 2600 bekannt wurde. Fortan ließ sich auch zu Hause daddeln. «Das war revolutionär: Man konnte die Kiste einfach an den Fernseher anschließen und losspielen», erklärt Sascha Koop, Projektmanager bei Atari in Frankfurt.

Eiche rustikal

Mehr in der Netzeitung:
Ein schwarzer Kasten mit Holz-Applikation stand da im Wohnzimmer, erinnert sich Redakteur Florian Brich von der Zeitschrift «GamePro» in München. «Das hatte den Charme eines Brotkastens.» Dunkel musste das Holz sein, damit das «Video Computer System» - dafür steht VCS - auch im Wohnzimmer Eiche rustikal nicht allzu befremdlich wirkte.

Bereits 1977 hatte der Spielekasten in den USA Premiere - in Deutschland sollten weitere vier Jahre vergehen, bis die Spielleidenschaft im Wohnzimmer Einzug halten konnte. «Da fiel endlich der verruchte Geschmack der Spielhallen von den Games weg», sagt Koop. Und nicht nur Kinder und Jugendliche waren kaum noch von Joystick und Fernseher loszureißen: «Sogar die Eltern haben mitgespielt», schwärmt Koop.

Klassiker der Videospielgeschichte

«Pac Man» war das Spiel, das die Karriere der VCS anschob: Eine kreisrunde Figur - angeblich einer Pizza nachempfunden, aus der schon das erste Stück gegessen war - fraß sich durch ein Labyrinth. Auch Klassiker wie «Space Invaders», «Defender» und «Asteroid» haben auf der Konsole ihre Anfänge gehabt.

Die Urmutter aller Computerspiele, das Balkentennis-Spiel «Pong», war im Gegensatz zu Ataris Möglichkeiten ein statisches Spiel. Auch die Steuerung über einen Joystick sei neu gewesen, so Koop. Ein klobiger Spielhebel mit einer «Fire»-Taste - das war alles bei Atari. «Aber der war so robust, dass auch Kinder damit spielen konnten.» Man habe ihn auch mal vor Wut an die Wand werfen können.

Luxuriöses Vergnügen

Konkurrenz hatte das System mit der Speicherkapazität von 32 Kilobyte nur wenig - so viel braucht heute allein ein Maustreiber: «Es gab ein System von Grundig sowie das Intellivision, das unter dem Codenamen 'Adam' sogar zum Heim-PC aufgerüstet werden konnte», erläutert Brich. Doch beides führte eher ein Schattendasein neben dem Atari in seinen verschiedenen Modellen. Die erste ernst zu nehmende Alternative kam mit dem Commodore 64, der die Atari-Konsole schließlich in Bedrängnis brachte. «Populär machte den C64, dass sich die Spiele kopieren ließen», sagt Brich. Hinzu kam, dass es gegen Ende der Atari-Ära an reizvollen Spielen für die Konsole mangelte.

Dennoch war das System der Atari-Spiele schon damals einfach: «Man schob das Spiel in seiner Cartridge in die Konsole und legte den On-Schalter um», beschreibt Brich. Es gab keine lästigen Nachladezeiten, denn die Daten wurden sofort abgelesen. «Dennoch war das ein luxuriöses Vergnügen: Ein Spiel hat rund 100 Mark gekostet, die Konsole zwischen 400 und 600», so Brich.

Nicht tot zu kriegen

Der Atari VCS - 2600 hieß die Konsole erst, als 1982 in den USA das Nachfolgemodell 5200 auf den Markt kam - ist zum Kultobjekt geworden. Die Spieler von einst können sich nur schwer von den Steinzeit-Konsolen trennen. «Meine steht gut verpackt auf dem Dachboden», sagt Koop. Vereinzelt lassen sich die Konsolen zum Beispiel im Internet ersteigern.

Für alle, die an den Geschicklichkeits- und Ballerspielen der ersten Stunde hängen, bringt Atari im Herbst einen Joystick heraus, in den alle Spiele von einst integriert sind. «Das passt ja heute locker auf einen Chip», erklärt Koop. Der Joystick hat, wie einst die Konsole, einen Antennenanschluss, mit dem er einfach an den Fernseher gesteckt werden kann.

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
Zum Tarifrechner
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Immobiliensuche
Immobilien
immonet
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.