Neu erfunden hat die Partei das Internet damit nicht. Auch inhaltlich ist das Angebot noch etwas dürftig. Aber vielleicht ändert sich das ja noch: Tagesaktuell soll die Seite von einem dreiköpfigen Redaktionsteam aktualisiert werden – insgesamt fließt ein gutes Prozent des Wahlkampf-Etats von 18 Millionen Euro in Website und Online-Werbung. Besonders stolz ist man dabei auf einen SMS-Service, mit dem Kandidaten und Parteiführung mit aktuellen Informationen versorgt werden, auf dass niemand mehr auf dem falschen Fuß erwischt werde. Laut Kauder ist das System «das modernste in Deutschland, in das viel investiert wurde.» Arbeit vor allem, nicht Geld, wird auf Nachfrage ergänzt.Spenden kann man auf cdu.de übrigens wahlweise per Bankeinzug, Visa- oder Eurocard – und überhaupt präsentiert sich die CDU im Internet als ausgesprochene Do-it-yourself-Partei: Den Sympathisanten wird immer und immer wieder angeraten, Leserbriefe zu schreiben, Flugblätter auszudrucken und zu verteilen, eigene Newsletter aufzusetzen, politische Freundeskreise zu organisieren und nicht zuletzt Wahlkampfauftaktpartys zu organisieren, «denn Politik darf auch Spaß machen».
Mit Kandidaten-Weblogs will man bei der CDU übrigens nicht aufwarten. Dafür wird Kauder in virtuellen Kontakt mit dem Volk treten: «Dann können die Internet-Freaks mit mir eine oder zwei Stunden chatten.» Der CDU-Generalsekretär ist es schließlich auch, der die Losung für den Online-Wahlkampf der Partei angibt: «Auch bei elektronischen Medien darf man die Leute nicht hinters Licht führen. Das muss seriös und authentisch sein.»