netzeitung.deChinas Suchmaschine will an die Börse

 Herausgeber: netzeitung.de

Die Suchmaschine «baidu.com» will auf dem US-Kapitalmarkt Geld sammeln. Die chinesische Website gehört zu den beliebtesten Angeboten der Welt.

Chinas beliebteste Suchmaschine «baidu.com» bereitet ihren Börsengang vor. Das im Jahr 2000 gegründete Angebot ist nach Angaben der Agentur Associated Press bereits die sechstbeliebteste Website der Welt, außerhalb des chinesischen Sprachraums allerdings komplett unbekannt.

Rund 100 Millionen Surfer gibt es inzwischen in dem Land, allerdings ist das chinesische Netz strengen Beschränkungen unterworfen: Pornografische, aber auch politisch unliebsame Angebote sind gesperrt. Teil des Erfolgs von «baidu.com» ist es, dass man sich stark an der chinesischen Kultur orientiert und sich Zensur-Auflagen unterwirft – und das obwohl einer der Gründer des Angebots, Robin Li, an der Universität von New York in Buffalo Computerwissenschaften studiert hat und sein Fachwissen als Mitarbeiter der US-Suchmaschine Infoseek erwarb.
«Hundert Mal»
«baidu» bedeutet «hundert Mal». Das Wort stammt aus einem 900 Jahre alten chinesischen Gedicht und bezieht sich auf einen Mann, der auf einer Festgesellschaft nach seiner Geliebten sucht. Seit dem letzten Jahr hält Google 2,6 Prozent der Anteile an dem Unternehmen. Rund 45 Millionen Dollar erhofft sich «baidu.com» durch den Börsengang, der in den USA stattfinden soll. Ein Termin steht allerdings noch nicht fest.

Die Internet-Zensur hat der chinesischen Regierung viel Kritik eingebracht – und auch ausländischen Anbietern, die aus Geschäftsgründen die Regeln befolgen. So werden im Blogging-Bereich eines Microsoft-Portals Wörter wie «Demokratie», «Freiheit» oder «Menschenrechte» als verbotene Sprache zurückgewiesen, auch Google hat für China Suchbegriffe wie «Taiwan», «Dalai Lama» oder «Falun Gong» gesperrt. (nz)