netzeitung.deDiplomatischer Streit endet in Google-Werbung

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Arktische Insel Hans (Foto: Dänische Marine<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Arktische Insel Hans
Foto: Dänische Marine
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Dänemark und Kanada streiten um die Hoheit über die kleine Insel Hans. Der diplomatische Streit wird nun auch über Google ausgetragen.

Dänemark und Kanada streiten darüber, wem die kleine Insel Hans nahe Grönland gehört. Stein des Anstoßes ist ein Besuch des kanadischen Verteidigungsministers auf der Insel am 20. Juli, der dort die kanadische Flagge hissen ließ – obwohl die arktische Insel an sich ist völlig unbedeutend ist.

Hans ist nicht einmal einen Kilometer groß, dort leben weder Menschen noch Tiere.

Die dänische Regierung überreichte dem kanadischen Botschafter trotzdem in Kopenhagen eine förmliche Protestnote, in der es heißt, bislang seien beide Länder einig gewesen, dass es keine Übereinkunft darüber gebe, wem die Insel gehöre. Man bedauere deshalb den Vorfall.

«Klingt Hans dänisch?»
Der Streit zwischen den beiden Regierungen wird nun im Internet fortgesetzt. Bei Google tauchte Anfang dieser Woche ein Text-Werbebanner auf, in dem es hieß: «Klingt Hans kanadisch? Dänischer Name, dänische Insel.» Verlinkt war die Protestnote der dänischen Regierung.

Wer die Anzeige geschaltet hat, ist bislang unklar. Ein Kanadier entdeckte die Werbung und beschloss kurzerhand, mit gleichen Mitteln zu antworten. Er schaltete eine Google-Werbung und verlinkt nun auf seine Website, auf der er Hans als kanadische Insel reklamiert.

Keine Reaktion der kanadischen Regierung
Kanadische und dänische Zeitungen griffen die Geschichte genüsslich auf. Eine Zeitung in Ottawa schrieb laut dem Fernsehsender CNN, man solle die Insel besetzen – und am besten einen kanadischen Coffee-Shop darauf bauen.

Die offizielle Reaktion der kanadischen Regierung auf die Protestnote jedenfalls steht noch aus. Kanada behauptet bislang, die Insel sei von Briten entdeckt worden. Als Kanada unabhängig geworden sei, hätten die Briten die Insel offiziell an Kanada übergeben. Dänemark wiederum behauptet, die Insel liege näher am dänischen Grönland und gehöre deshalb zum eigenen Territorium.