27.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Eine britische Studie kommt zu einem interessanten Ergebnis: Wer illegal Musik aus dem Netz lädt, kauft dort auch viel Musik.
Nutzer von Dateitauschbörsen sind keinesfalls allesamt böse Hacker. Zu diesem Ergebnis kommt die britische Digitalmusik-Firma Leading Question in einer Untersuchung über das Kaufverhalten von Musik-Fans.
Demnach gaben von 600 befragten Musik-Fans die Tauschbörsennutzer mehr als viereinhalb Mal so viel Geld für Musik-Downloads aus als diejenigen, die nicht auch illegal Musik aus dem Netz laden. Durchschnittlich gibt die erste Gruppe 5,52 britische Pfund (8,01 Euro) für Musik-Downloads im Monat aus, die zweite Gruppe 1,27 Pfund (1,84 Euro).
Die Autoren der Studie fordern von der Musikindustrie deshalb, sich noch mehr um die kommerzielle Nutzung von Tauschbörsen zu bemühen. Es gebe bislang einfach zu wenig gute Angebote, die Nutzer überzeugen würden, mehr Musik zu kaufen, so ihr Fazit.
Musikindustrie skeptischDer Sprecher der britischen Phono-Industrie, Matt Philips, begrüßte das Ergebnis der Studie. «Es ist ermutigend zu hören, dass Tauschbörsennutzer anfangen, legale Musik-Downloads zu nutzen», sagte er. Zugleich schränkte er ein, die Musikbranche gehe davon aus, dass lediglich ein Drittel der Tauschbörsen-Nutzer auch Musik kaufen wollten.
Die restlichen Zweidrittel, so Philips, seien diejenigen Musikfans, die früher das meiste Geld für Musik ausgegeben hätten. «Deshalb müssen wir uns auch weiterhin dringend mit dem Problem der Tauschbörsen auseinandersetzen.» (nz)