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Breitband-Internet wird schneller

28. Jul 2005 13:38
Einfach und schnell - Internet per DSL
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Breitband-Internet ist in den vergangenen Monaten deutlich preiswerter und schneller geworden. Weitgehend unbeachtet bleibt bislang, dass Nutzer nicht nur per DSL ins Netz gehen können.

Von Martin Schmelzer

Erst vor kurzem veröffentlichte die OECD eine Studie, nach der Breitband-Internet im Jahr 2010 zu einem Drittel des Weltwirtschaftswachstums beitragen wird. Schon heute stehen den meisten Privathaushalten in Deutschland Internet-Verbindungen von bis zu drei Megabit zur Verfügung.

Doch die Technik ist bereits einen Schritt weiter: Bis zu 25 Megabit schnelle ADSL2-Verbindungen will etwa die Telekom in den nächsten Monaten testen, im Frühjahr 2006 soll der Dienst deutschlandweit ausgebaut werden. Doch das Problem: Immer noch kann nahezu jeder zehnte Haushalt in Deutschland keinen DSL-Anschluss beantragen – in der Regel, weil Glasfaserleitungen die Übermittlung per DSL verhindern.

Nur 22 Prozent per Breitband im Netz

So sind, auch aufgrund der bis vor kurzem relativ hohen DSL-Kosten, gerade einmal 22 Prozent der Deutschen privat per Breitband im Netz. Inzwischen gibt es jedoch eine Reihe an Alternativen, das Wirtschaftsministerium rechnet zudem mit weiter sinkenden Preisen.

So bieten mehrere TV-Kabelgesellschaften inzwischen Internet per Fernsehkabel an. Das Problem war bislang, dass die zumeist in den 80er-Jahren verlegten Leitungen nicht rückkanalfähig waren. So musste beispielsweise der nordrhein-westfälische Betreiber ISH in die Umrüstung des größten zusammenhängenden TV-Kabelnetzes in Deutschland mit mehr als 4,2 Millionen Haushalten mehrere Milliarden Euro investieren – und ging schließlich in Konkurs.

Doch obwohl bei ISH inzwischen etwa 1,1 Millionen Haushalte umgerüstet wurden, stiegen bis Mai gerade einmal 20.000 Haushalte auf das TV-Internet um. Dabei bietet das Unternehmen seinen Kunden Internet-Zugänge mit fünf Megabit pro Sekunde – fünf Mal mehr als die meisten DSL-Anbieter.

Über Stromleitung und aus dem All

Wenig erfolgreich sind bislang Versuche, auch das Stromkabel für das Internet nutzbar zu machen. Energieunternehmen wie EON und RWE hatten mit «Powerline» Datentransferraten von bis zu zwei Megabit pro Sekunde angekündigt, konnten die Projekte aber dann aber doch nicht realisieren. Fünf kleinere Anbieter bieten inzwischen Internet aus der Steckdose an, wegen technischer Probleme hat sich die Technik jedoch bislang nicht durchsetzen können.

Das Problem besteht darin, dass verschiedene Frequenzbereiche ausgenutzt werden, um den Energiestrom und Internetdaten zu trennen. Während die Elektrizität mit einer Frequenz von 50 Hz fließt, wird der Datenstrom im Megahertz-Bereich transportiert. Die Sache hat damit einen unerwünschten Nebeneffekt: Die hohe Trägerfrequenz macht die Stromleitung zur Sendeantenne, wodurch Störfelder entstehen, die andere Funkdienste beeinträchtigen.

Exot der Breitband-Technologie ist nach wie vor der in 36.000 Kilometer Höhe kreisende Satellit «Eutelsat Eurobird», der Internet-Daten aus All zum PC sendet. Einzige Voraussetzung: Eine Satellitenschüssel – und eine Telefonleitung, da «Eutelsat Eurobird» für SkyDSL zwar sendet, aber nicht empfängt.

Dafür sendet der Satellit mit bis zu 24 Megabit pro Sekunde – und damit noch schneller als das TV-Kabel. Zudem ist SkyDSL im Gegensatz zu Internet per TV-Kabel oder DSL überall verfügbar. Allerdings hat etwa Anbieter Teles bislang nach Angaben eines Sprechers in Deutschland nur 16.000 Kunden gewinnen können.

Wimax: Bis zu 70 Megabit pro Sekunde

Die Telekom setzt für bislang DSL-unversorgte Gebiete auf die neue Funktechnologie Wimax. Mit 70 Megabit pro Sekunde ist die Technik wesentlich schneller als DSL und UMTS, die Reichweite beträgt mindestens 50 Kilometer.

Die 27.000-Einwohner-Stadt Selm in der Nähe von Münster hat Wimax bereits erfolgreich getestet. Nahezu 70 Prozent der mit Glasfaser ausgebauten Ortsteile von Selm sind mit Wimax versorgt – Mehr als 300 Haushalte sind über 40 Richtfunkantennen an das Netz angeschlossen, das Selmer Bürger in Eigeninitiative aufgebaut haben. Allerdings kommt das DSL-Signal beim Internetnutzer derzeit noch über W-LAN an - weil Wimax-DSL-Modems derzeit noch nicht vermarktet werden, wird nur die Strecke von Lünen bis Selm wird mit Wimax überbrückt.

Die Telekom will ab dem Herbst im Großraum Bonn ein Pilotprojekt starten und die Ortsteile Menden und Meindorf der Stadt Sankt Augustin bei Bonn mit WiMAX versorgen. Ab Frühjahr 2006 will die Telekom dann Wimax großflächig anbieten.

Viel Bandbreite für wenig Angebot

Die Nutzer können sich freuen. Die Internet-Bandbreite wird, egal ob per TV-Kabel, Wimax oder DSL, signifikant steigen. Das Wirtschaftsministerium rechnet damit, dass bis zum Jahr 2010 mindestens jeder zweite Haushalt über Breitband-Internet verfügt.

Allerdings reicht zum einfachen Surfen oder Herunterladen von Software bereits die heute verfügbare DSL-Bandbreite von einem Megabit. Für schnelleres Internet mit 25 oder gar 70 Megabit sind die Angebote derzeit noch rar. So bietet etwa die Telekom Video-Downloads an. Doch mit den neuen Breitband-Techniken wäre auch Fernsehen per Internet möglich – doch entsprechende Pläne gibt es bei Providern und TV-Sendern noch nicht.

 
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