26. Jul 2005 10:03
Ein republikanischer Politiker protestiert gegen Computerspiele. Durch Modifikationen werden die Figuren in «Sims 2» nackt gezeigt – zum Vorschein kommen «Barbie und Ken».
Wie die IT-Fach-Website golem.de berichtet, hat sich der republikanische Politiker und Anwalt Jack Thompson nun «Sims 2» vorgenommen. In dem an sich harmlosen Spiel geht es darum, den Tagesablauf einiger Charaktere zu organisieren, sie zueinander in Beziehung zu setzen - kurz: ihr Leben zu leben. Thompson bemängelt nun einige im Internet erhältliche Modifikationen, die es angeblich erlauben, die «Sims» nackt zu zeigen.Bei entsprechenden Szenen, etwa in der Badewanne, verschwinden die Körper der Figuren in der Originalversion unter einem Pixel-Schleier. Die Mods entfernen den Wisch-Effekt, laut Thompson kommen darunter «vulgär entblößte Genitalien» zum Vorschein. Der Entwickler des Spiels, Electronic Arts, bestreitet das jedoch: «Barbie und Ken» blieben nach der Modifikation übrig, so das Unternehmen – will sagen, Puppenkörper ohne Geschlechtsmerkmale.
Den Kreuzzug des Politikers kann dieses kleine Detail allerdings nicht aufhalten: Thompson wirft Electronic Arts vor, Pädophile könnten das Spiel für ihre Zwecke missbrauchen, weil neben Erwachsenen auch Kinderkörper entblößt würden. Außerdem arbeiteten die «Sims 2»-Entwickler unter der Hand mit der Mod-Gemeinde zusammen, kritisierte er. In den USA ist das Spiel ab einem Alter von 13 Jahren freigegeben, in Deutschland hat es eine Jugendfreigabe ohne Altersbeschränkung.
Auch golem.de konnte die von Thompson behaupteten Genitalien nirgends entdecken. Allerdings fand die Site Modifikationen, die den «Sims» zumindest ihre Brustwarzen zurückgeben.
Begonnen hatte die Diskussion um angeblich unzüchtige Spiele-Inhalte mit dem «Hot Coffee»-Mod für «Grand Theft Auto: San Andreas». Das Zusatzprogramm schaltete eine versteckte Funktion frei, die es dem Helden erlaubte, Sex zu haben. Als Folge verlor das Spiel in den USA seine Jugendfreigabe. Analysten schätzen laut mediabiz.de, dass dem Handel dadurch rund 50 Millionen Dollar verloren gehen. (nz)