Online-Shops führen schwarze Listen
22. Jul 2005 16:36
Immer mehr Online-Händler führen Buch über unbequeme Kunden. Wer einmal als solcher ausgemacht ist, hat unter Umständen Probleme, überhaupt noch etwas im Internet zu bestellen.
Einige Online-Shops nehmen es nach Angaben von Experten mit dem Datenschutz nicht so genau. Immer mehr Internet-Händler prüfen die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden. Das ist zwar grundsätzlich rechtens, sofern ein berechtigtes Interesse vorliegt. Doch es gebe einige schwarze Schafe in der Branche, berichtet die Computerzeitschrift «c't» unter Berufung auf mehrere Insider.
Illegale Datenbanken
Demnach führen manche Händler gemeinsam illegale Datenbanken. In diesen schwarzen Listen werden zum Beispiel Kunden vermerkt, die schon einmal von ihrem Rückgaberecht Gebrauch gemacht haben. Da bei einer Online-Bestellung die Datenbanken automatisch und vom Kunden unbemerkt abgefragt werden, können entsprechende Kunden vom Handel ausgeschlossen werden. Zumindest können die Betroffenen nur eingeschränkt online einkaufen, indem ihnen beispielsweise die Zahlung per Rechnung verweigert wird.
Bestellung unmöglich
Manche Online-Händler schließen diese Kunden laut «c't» ganz aus dem Geschäft aus. Um die Ablehnung zu verschleiern, zeigen sie beim Bestellversuch plötzlich nur noch Fehlerseiten an. Weil keine Kontrolle über diese Datensammlungen stattfinden, sei die Versuchung für den Händler groß, nervige Kunden mit illegalen Negativ-Einträgen abzustrafen. Schließlich stellt die legale Warenrückgabe durch den Kunden einen nicht unerheblichen Aufwand für den Händler dar.
Vor allem kleine Anbieter
Verbraucher, die den Verdacht haben, in solch einer Negativ- Datenbank vermerkt zu sein, haben kaum Chancen, sich dagegen zu wehren. Schließlich handelt es sich um illegale Aktivitäten, die der Händler kaum zugeben wird. Der «c't» zufolge sind es vor allem kleine Anbieter, die sich so verhalten. (nz)