07.07.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Blogger berichten von Londoner Anschlägen
Neben den offiziellen Nachrichtenmedien erwiesen sich auch die Weblogs als verlässliche Quellen für Neuigkeiten aus London. Ganz persönliche Eindrücke flossen hier ein.
Schon kurz nach dem Bekanntwerden der Anschläge um 10 Uhr morgens fanden sich erste Einträge in den Blogs. Die Netztagebuch-Suchmaschine Technorati soll nach einem Bericht der britischen BBC zu diesem Zeitpunkt bereits rund 1300 Postings versammelt haben - im Laufe des Tages vervielfachte sich diese Zahl.
Bilder von AugenzeugenNeben ersten Augenzeugenberichten fanden sich vor allem schnelle Zusammenfassungen der Lage in den Blogs; außerdem wurden auch Foto- und Video-Aufnahmen von den Anschlagsorten verbreitet. Auch Fotos aus der U-Bahn, die von Eingeschlossenen aufgenommen wurden, waren schnell im Netz.
Die Blogs waren auch deshalb als Nachrichtenquelle gefragt, weil diverse wichtige britische Websites nur schwer erreichbar waren. So ging etwa die Seite der «Times» kurzzeitig offline, die Angebote von Reuters und der BBC liefen langsamer.
Persönliche GefühleSo genannte «Moblogger», User, die ihre Netztagebücher über das Handy beschicken, stellten ebenfalls erste Bilder online - allerdings waren die Mobilfunknetze stark überlastet, weil viele Londoner versuchten, ihre Familien zu erreichen. Daneben fanden sich Bilder der Anschläge auf dem populären Fotodienst «Flickr».
In den Blogs brachten die User auch ihre persönlichen Gefühle zu den Anschlägen zum Ausdruck. Viele konnten nicht verstehen, wie Menschen zu so etwas fähig waren. Auf der «Metroblogging»-Website war ein weinendes «London Eye» zu sehen - das Londoner Wahrzeichen, das neue Riesenrad.