28. Jun 2005 16:36
Sony BMG arbeitet mit der gerade verurteilten Tauschbörse Grokster zusammen. Vom Anti-Filesharing-Urteil des Obersten US-Gerichtshofs will man sich nicht beirren lassen.
Am Montag hatte der Oberste Gerichtshof in einem Verfahren gegen Grokster entschieden, dass die Macher der Börse dafür verantwortlich gemacht werden können, wenn mit Hilfe ihrer Software das Urheberrecht ausgehebelt wird. Andy Lack, Chef von Sony BMG Musical Entertainment, bekräftigte nach dem Urteil, dass man die Zusammenarbeit weiterführen will. Das Urteil gegen Grokster öffne Möglichkeiten für viele verschiedene Technologien, die man einsetzen könne, um die Filesharing-Angebote zu legitimieren. Das Gericht hatte Grokster und Kazaa vor allem vorgeworfen, direkt oder indirekt Werbung mit der Möglichkeit von Copyright-Verletzungen gemacht zu haben. Eine Stärkung legaler Angebote innerhalb des Filesharing könnte die Stellung der Tauschbörsen verbessern.
Auch Lack ist der Meinung, dass die Entwickler der Börsen ihre Geschäftsmodelle entscheidend ändern müssen. Die Entscheidung des Gerichts lobte er für ihre Klarheit – im Gegensatz zu Kritikern, die genau diese vermisst hatten. Für das angestrebte legale Netzwerk bedient sich Sony BMG der Hilfe diverser Firmen. So arbeitet Snocap an einer Methode, um den Download von geschützter Musik und Filmen in den Tauschbörsen zu verhindern – pikanterweise wurde das Unternehmen vom Napster-Erfinder Shawn Fanning gegründet. Das Unternehmen Mashboxx soll ein Peer-to-Peer-Netzwerk entwickeln, das Songs auf legale Weise anbietet. Chef der Firma ist Wayne Rosso, einer der Gründer von Grokster. (nz)