netzeitung.deMagnus: «LinuxTag passt nicht ins Messeschema»

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Nils Magnus auf dem LinuxTag in Karlsruhe (Foto: linuxtag.de<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Nils Magnus auf dem LinuxTag in Karlsruhe
Foto: linuxtag.de
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Am Samstag geht der 11. LinuxTag zu Ende. Die Netzeitung sprach mit Organisationschef Nils Magnus über den Erfolg der Messe und dem Konzept «where .com meets .org».

Nils Magnus organisiert als Vorsitzender des «LinuxTag e.V.» seit 1996 die Open-Source-Veranstaltung, die inzwischen die größte Messe für Freie Software in Europa avanciert ist. Dort präsentieren sich hunderte Projekte und Firmen, zugleich bietet der LinuxTag mehr als 100 Vorträgen. Die Netzeitung sprach mit ihm auf der Veranstaltung über das Besondere der Messe.

Netzeitung: Sind Sie zufrieden mit dem 11. LinuxTag?

Nils Magnus: Die Vorbereitung zum LinuxTag ist mit kaum einer anderen Messe in dieser Größenordnung vergleichbar. Wir stützen uns hauptsächlich auf Freiwillige und Vereinsmitglieder. Wir sind sehr zufrieden mit dem diesjähigen Veranstaltung, auch damit, wie sich alle Veranstalter hier präsentieren – wir haben wieder mehr Aussteller, die Hallen sind gut belegt.

Netzeitung: Was ist das Besondere an dieser Veranstaltung?

Nils Magnus: Viele der Aussteller sagen immer wieder, die Einzigartigkeit ist unser Konzept «where .com meets .org». Das macht den Wert der Veranstaltung aus: Wir versuchen das beste aus beiden Welten zu verbinden. Sehr häufig erleben wir, dass sehr interessante Partnerschaften und Kooperationen zustande kommen.

Projekte können zu großen Herstellern gehen und fragen: 'Wie können wir zusammen arbeiten?'. Umgekehrt gehen die Firmen zu den Linux-Entwicklern und sagen, 'für unsere Kunden brauchen wir dieses und jenes Feature'. Ohne den LinuxTag wäre dieser Dialog sehr viel aufwändiger herzustellen und zu pflegen. Das ist eine große Stärke unserer Veranstaltung.

Netzeitung: Also ist der LinuxTag keine ganz normale Messe...

Nils Magnus: Dadurch, dass es so einzigartig ist, passen wir nicht in das normale Messeschema rein. Es gibt natürlich den Anspruch von Marketingabteilungen, eine bestimmte Anzahl an Kontakten zu machen. Aber das gelingt häufig auch. Auf der anderen Seite ist die Präsentation auch anders als etwa auf der Cebit.

Netzeitung: Passt der Name LinuxTag eigentlich noch zu einer Messe dieser Größenordnung?

Nils Magnus: Als wir vor zehn Jahren 70 Besucher in einen Seminarraum der Uni in Kaiserslautern eingeladen haben, haben wir nicht vorausgesehen, dass wir irgendwann die größte europäische Messe zu Freier Software und Open Source sein werden, mit zwischen 10.000 und 20.000 Besuchern. Der Name war also etwas unglücklich gewählt: Wir haben ja auch andere Betriebssysteme wie BSD, es ist auch nicht mehr nur ein Tag.

Der Name LinuxTag ist also häufig etwas erklärungsbedürftig. Aber jeder kennt die Veranstaltung, deshalb sind wir bei der Bezeichnung geblieben.

Netzeitung: Die Messe beschäftigt sich ja inzwischen außerdem mit Open Source im weitesten Sinne...

Nils Magnus: Wir haben das Thema um verschiedene Bereiche erweitert. Zum Beispiel ist Bluetooth Security, dass hier thematisiert wird, keine Frage des Betriebssystems. Wir versuchen einfach, die Wünsche der Besucher zu berücksichtigen. Das ist uns auch gut gelungen.

Das Gespräch mit Nils Magnus auf dem LinuxTag in Karlsruhe führte Peter Schink.