Microsoft sucht Dialog mit Linux
Microsoft sorgt bei Open-Source-Entwicklern immer wieder für Heiterkeit. Eine Powerpoint-Präsentation sorgt im Konferenzsaal mit einem «schwerwiegenden Fehler» unter 200 Zuhörern für schallendes Gelächter, selbst ältere Herren mit Krawatte lachen herzhaft. Der Redner entschuldigt sich anschließend peinlich berührt, dass er immer noch «das böse Betriebssystem» benutze.
«Die Initiative dazu ist damals von Microsoft ausgegangen», sagte LinuxTag-Veranstalter Nils Magnus am Freitag der Netzeitung. Damals habe es eine intensive Diskussion gegeben, letztlich aber habe man sich entschieden, dass auch Microsoft auf der Messe vertreten sein solle. Schließlich wolle man den Dialog zwischen Programmierern und Firmen ermöglich - das gelte auch für Microsoft. «Trotzdem bleibt natürlich unser Ziel, dass wir freie Software fördern und verbreiten wollen», sagt er.
Nun präsentiert sich der Konzern bereits zum zweiten Mal auf dem LinuxTag. Der Stand von Microsoft ist hell und feundlich, im Hintergrund läuft Windows auf großen Monitoren. Eine Gruppe von Menschen diskutiert mit Mitarbeitern über Netzwerk-Server und Sicherheit was vielleicht auch daran liegt, dass das Geürcht verbreitet wurde, am Stand des Großkonzerns gäbe es kostenlos Sekt.
«Wir hatten mal eine Zeit, wo ziemlich schwarz-weiß diskutiert wurde, da haben wir bestimmt auch dazu beigtragen», sagt Stärk. Inzwischen rede man mehr über Inhalte und Lösungen. «Aber natürlich gibt es auch noch dogmatische Diskussionen.» Microsoft habe von Linux gelernt, dass es für einige Kunden wichtig sei, den Quellcode zu kennen. Deshalb gebe es inzwischen an bestimmte Einrichtungen auch Teile des Quellcodes heraus. «Da gibt es gutes Feedback», so Stärk.
Etwa 200 Meter weiter zum Beispiel hätte Microsoft ein interessantes Gespräch führen können. Dort stellen ein paar Linux-Programmierer das Projekt «Xbox Linux» vor. Sie zeigen, dass auch Linux auf Microsofts Spielebox läuft. Im vergangenen Jahr habe man versucht, mit den Leuten vom Microsoft-Stand zu reden, sagt Michael Steil. «Aber mit denen war nicht zu reden», sagt er.
Die Linux-Programmierer warten nun auf die neue Xbox 360, die im November auf den Markt kommt. Auch hier werden sie Sicherheitslücken finden. Für Microsoft hätte es sich also gelohnt, den Dialog mit der Gruppe zu suchen.

