netzeitung.deIran kontrolliert verstärkt das Internet

 Herausgeber: netzeitung.de

Präsidentschaftskandidat Rafsandschani (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Präsidentschaftskandidat Rafsandschani
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Vor den Präsidentschaftswahlen hat die iranische Regierung verstärkt Internetseiten mit politischem Inhalt kontrolliert. Dabei hilft ihr eine amerikanische Filter-Software.

Was die Iraner online lesen können und was nicht, hängt hauptsächlich von ihrer Regierung ab. Und die hat laut einer Studie der OpenNet Initiative vor den Präsidentschaftswahlen verstärkt das Internet überwacht.

Mehr als 1000 Internet-Adressen hat die Initiative, der Experten aus den USA, Großbritannien und Kanada angehören, seit November 2004 innerhalb und außerhalb Irans getestet, um herauszufinden, welche Seiten von der iranischen Regierung zensiert werden.

Dass die Regierung pornografische Websites sperrt, ist ein eher wenig überraschendes Ergebnis der Studie. Doch das Ausmaß, in dem politische Seiten zensiert werden, findet OpenNet alarmierend. So haben die Iraner keinen oder nur begrenzten Zugang zu den Internet-Auftritten der kommunistischen Partei Irans und verschiedener Dissidenten-Gruppen, die sich außerhalb des Landes formiert haben. Auch die Online-Ausgabe der «Voice of America» wird zensiert.

Bei ihrer Zensur wird die iranische Regierung von den verschiedenen Internet-Providern des Landes unterstützt. Zum Filtern benutzen sie eine amerikanische Software: SmartFilter wird von der US-Firma Secure Computing produziert. Das Unternehmen hat allerdings bereits darauf hingewiesen, dass es keine Lizenz für die Nutzung dieser Software an den Iran verkauft habe und dass der Gebrauch daher ohne seine Zustimmung erfolge. (nz)