netzeitung.deWikipedia setzt auf Open-Source-Gemeinde

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Jimmy Wales (Foto: wikipedia.org<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Jimmy Wales
Foto: wikipedia.org
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Schon jetzt wird die freie Enzyklopädie Wikipedia monatlich von Millionen Menschen genutzt. Nun soll eine Schnittstelle für Linux helfen, die Inhalte besser verfügbar zu machen.

Von Peter Schink, Karlsruhe

Die Online-Enzykloädie Wikipedia will ihre freien Inhalte besser mit freier Software verbinden. Wikipedia-Gründer Jimmy Wales stellte dazu am Donnerstag auf dem LinuxTag in Karlsruhe eine Schnittstelle vor, mit der Linux-Programmierer alle Wikipedia-Inhalte beliebig für das alternative Betriebssystem weiterverwenden können.

Damit wird es künftig zum Beispiel möglich, die Enzyklopädie unter Linux auch offline zu lesen. Dazu wird laut Wales bereits der Reader «Knowledge» entwickelt, der bei bestehender Internetverbindung Änderungen der Wikipedia automatisch herunterlädt. Schon jetzt gibt es zwar eine Wikipedia-DVD, diese aber hatte ein Verlag herausgegeben, der die Rechte an der Reader-Software behalten wollte.

Für Linux-Entwickler wird es so möglich, das Betriebssystem künftig samt Enzyklopädie auszuliefern. Microsoft könnte so unter Druck geraten, die eigene Enzyklopädie «Encarta» billiger anzubieten. Wales aber hofft vor allem, die Wikipedia-Gemeinde mit der neuen Schnittstelle vergrößern zu können.

Menschen in Entwicklungsländern
Zudem, so der Wikipdia-Gründer, sei ein Offline-Reader insbesondere für Menschen in Entwicklungsländern wichtig. Viele hätten inzwischen zwar Computer, nicht aber eine gute und billige Internet-Verbindung.

Möglich wäre mit Hilfe der neuen Linux-Schnittstelle auch, andere Wiki-Projekte wie «Wiki News» und das «Wiktionary» einzubinden. So besitzt etwa der Linux-Mediaplayer «amaroK» schon jetzt eine Schnittstelle zur Wikipedia. Beim Abspielen von MP3s werden gleichzeitig, wenn vorhanden, die Wikipedia-Artikel zu Album, Künstler und Titel angezeigt.