20.06.2005
Herausgeber: netzeitung.de
Apples Ankündigung, künftig auf Intel-Prozessoren zu setzen, eröffnet den Kunden ganz neue Möglichkeiten: Die neuen Macs könnten fähig sein, gleich drei Betriebssysteme auszuführen.
Apples nächste Mac-Generation wird ab dem Jahr 2006 erstmals auf Intel-Prozessoren setzen, wie sie bereits in handelsüblichen PCs verbaut werden. Das eröffnet Besitzern dieser «Mactels» ganz neue Möglichkeiten: So könnte es gängige Praxis werden, neben dem mitgelieferten Mac OS X auch alternative Betriebssysteme wie Linux oder gar Windows zu verwenden.
Fragen über FragenApple betonte bislang, man werde es «Mactel»-Besitzern nicht verbieten, Windows laufen zu lassen - eine Unterstützung durch den Mac-Hersteller werde es aber nicht geben. Wie das US-Fachblatt «eWeek» in der vergangenen Woche berichtete, ist bislang noch völlig unklar, wie schwer eine entsprechende Anpassung von Windows an die neuen Macs sein wird - weder ist bekannt, ob Apple Standard-Intel-Chips verwenden wird, noch welche weiteren Hardware-Komponenten (Mainboards) eingesetzt werden.
Bislang hatte Apple in seinen Macs PowerPC-Chips der Hersteller Motorola und IBM verbaut - der Wechsel zu Intel galt daher vielen Beobachtern anfangs als kühn. Eine Anpassung von Mac OS X-Programmen an Intel-Chips ist aber nach bisherigen Entwicklererfahrungen nicht sehr schwer - Apple selbst hat jede Version seines Betriebssystems in den letzten fünf Jahren immer auch intern für Intel-Chips entwickelt, um eine Alternative zu PowerPC-Chips zu haben.
Schnelle EmulationSelbst wenn Windows standardmäßig nicht auf «Mactels» installiert werden könnte - die Verwendung von Intel-Prozessoren in Macs macht erstmals eine schnelle Emulation des marktführenden Betriebssystems möglich. PowerPC-Macs können bereits jetzt Windows ausführen - mit einer Software namens «VirtualPC», die allerdings verhältnismäßig langsam läuft. Auf Intel-Prozessoren sieht dies auch dank neuartiger Technologien wie der so genannten «Virtualisierung» anders aus.
Da Mac OS X auch weiterhin nicht auf PCs laufen soll, hätten Nutzer von «Mactels» gleich mehrere Vorteile: Sie können das als sehr sicher und stabil geltende Mac OS X als ihr Hauptbetriebssystem verwenden und dennoch für bestimmte Anwendungen, beispielsweise Spiele, zum virengeplagten Windows wechseln.