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Mauritius will erster WLAN-Staat werden

20. Jun 2005 14:35
Mauritius
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Mauritius versucht, IT-Unternehmen im Land anzusiedeln. Dafür soll bis Ende des Jahres auf der ganzen Insel drahtloses Internet installiert werden.

Mauritius versucht, dass erste «Cyberstaat» der Erde zu werden. Das zumindest ist die Werbebotschaft der Firma ADB Networks, die mit Hilfe der Regierung das drahtlose Internet-Netz aufbaut.

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Bis zum Ende des Jahres, so hofft Firmen-Chef Rizwan Rahim, werde ganz Mauritius ein einziger großer Hotspot sein. Das Ziel ist ehrgeizig, denn immerhin misst die Insel etwa 60 Kilometer im Durchmesser.

Bis jetzt wurden nach Angaben von ADB etwa 60 Prozent der Fläche und 70 Prozent der Einwohner mit drahtlosen Wimax-Internet-Zugängen versorgt, bis Ende des Jahres sollen es 90 Prozent sein. Jede Ecke der Insel auszustatten, werde etwas länger dauern, sagt Rahim. «Schließlich haben wir so viele Zuckerrohrfelder», sagte er der «Chicago Tribune».

Das Wimax-Projekt ist Teil eines Regierungsprogramms zur Förderung der IT-Industrie auf Mauritius. Vor drei Jahren wurde ein Übersee-Kabel gelegt, seitdem ist die Insel gut an das weltweite Netz angeschlossen. Die drahtlose Internet-Versorgung sei technisch das einzig sinnvolle gewesen, sagt Rahim - weil Kabel für Breitband-Internet auf der bergigen Insel zu teuer gewesen wären.

Drei High-Tech-Parks

Die Regierung hofft, so mehr Arbeitsplätze für die etwa 1,2 Millionen Menschen zu schaffen. In Ebene, etwas außerhalb der Hauptstadt Port Louis, entstanden in den vergangenen zwei Jahren drei High-Tech-Parks. Microsoft, Oracle und Accenture haben sich bereits niedergelassen und so etwa 2000 neue Jobs geschaffen, berichtet die «Chicago Tribune».

Die Regierung versucht, die Bevölkerung umzuschulen und am Computer fit zu machen. 37.000 Menschen haben bereits eine Fortbildung besucht, viele von ihnen haben zuvor noch nie an einem Computer gearbeitet.

Ideale Voraussetzungen

Deelchand Jeeha, der Informationsminister des Landes sagt, «wir wollen Mauritius in ein High-Tech-Land verwandeln». Die Voraussetzungen dafür seien ideal. Das Land sei politisch stabil und auch nicht vom Terrorismus bedroht. Ein weiterer Vorteil von Mauritius: Die meisten Menschen sprechen zwei oder drei Muttersprachen, Englisch wird genauso gesprochen wie Französisch, Chinesisch oder Hindi – ideale Voraussetzungen für Software-Firmen und Call-Center.

Die Wirtschaft allerdings moniert, die staatlichen Behörden seien bei der Erteilung von Genehmigungen zu langsam. Zudem sei die Mauritius Telecom – der einzige Telefonanbieter des Landes – nach wie vor mehrheitlich in staatlicher Hand. ADB-Chef Rahim warnt: «Mauritius muss sich beeilen, sonst wird die Cyberstaat-Idee schnell von einem anderen Land aufgegriffen.» (nz)

 
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