netzeitung.deScharfe Kritik an Microsoft wegen Zensur

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Microsoft zensiert seine chinesischen Weblogs. Menschenrechtler halten die Argumentation des Konzerns allerdings für wenig stichhaltig.

Die Menschenrechtsorganisation «Reporter ohne Grenzen» (RSF) hat Microsoft massiv für die Kooperation mit den chinesischen Zensurbehörden kritisiert. Das Verfahren bei «MSN Spaces» in China gleiche einer Selbstzensur, kritisiert die Organisation.

Zuvor hatte Microsoft am Dienstag eingestanden, dass Nutzer von MSN China keine Begriffe wie «Freiheit» oder «Demokratie» in Betreffzeilen ihrer Online-Tagebücher eingeben können. Auch die Eingabe von «Falun Gong», «Dalai Lama» und «Menschenrechte» ruft die Warnmeldung «Dieser Eintrag enthält einen verbotenen Ausdruck, bitte entfernen Sie diesen» hervor.

Ein Microsoft-Sprecher sagte, man halte sich lediglich an die lokalen Gesetze. Dies gelte für jedes Land, in dem Microsoft aktiv sei, so Produktmanager Brooke Richardson.

«Nicht stichhaltig»
RSF kritisiert, dieses Argument sei «nicht stichhaltig». Multi-nationale Konzerne müssten ethische Prinzipien und Menschenrechte wahren, egal in welchem Land sie agieren. «Will Microsoft etwa der chinesischen Regierung auch Informationen über Cyber-Dissidenten aushändigen, wenn sie das fordert?», fragt RSF rhetorisch in einer Pressemitteilung. Die fehlende Ethik in einigen Medienkonzernen sei extrem ärgerlich, kritisiert die Menschenrechtsorganisation.

Sie wandte sich zugleich gegen Yahoo, das bereits seit einigen Wochen «subversive» Nachrichten in seinem chinesischen Portal entfernt. Es sei zu befürchten, dass nun auch Google beginne, Suchergebnisse zu zensieren. Der Konzern hatte sich bislang dagegen verwahrt. (nz)