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Lupe US-Armee im Irak erlaubt Soldaten-Weblogs

Viele US-Soldaten im Irak berichten über ihre Erlebnisse in eigenen Weblogs. Nun hat das militärische Oberkommando erstmals Regeln für Netztagebücher erlassen.

Der Titel klingt unspektakulär: «Betrifft: Internetseiten von Armee-Einheiten und Soldaten» steht über der Mitteilung, den die US-Armee an alle Armee-Einheiten im Irak verschickt hat. Sie enthält jedoch eine völlige Abkehr von der bisherigen Geheimhaltungspolitik der US-Armee.

Das Memorandum legt fest, dass Soldaten prinzipiell aus dem Irak berichten dürfen. Eine Zensur findet nicht statt, Weblogs gelten künftig als private Äußerungen, die vorab nicht freigegeben werden müssen.

US-Soldaten, die private Internet-Sites betreiben, müssen diese jedoch vor ihrem Einsatz im Irak bei ihrer Einheit anmelden, heißt es in dem Schreiben der Armeeführung. Die Kommandierenden wiederum sollen «einmal im Quartal» die Seiten überprüfen. Wer Informationen veröffentlicht, die der Geheimhaltung unterliegen, müsse dann gegebenenfalls mit Disziplinarmaßnahmen rechnen, heißt es.

Grundsätzlich aber gelte, so heißt es, «zwischen dem Risiko der Veröffentlichung von Informationen und dem Nutzen des Publizierens muss abgewogen werden».

Noch vor wenigen Monaten war ein Blogger belangt worden, weil er der Armee zu freizügig berichtet hatte. Trotzdem gibt es immer noch viele private Soldaten-Blogs, die mit privaten Eindrücken ein Bild aus dem Irak vermitteln.

Für das Web ediert von Peter Schink